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Mercedes warnt vor Entwicklungsfalle trotz Siegesserie

Mercedes sieht sich trotz seines perfekten Starts in die Formel-1-Saison 2026 vor Monaco akut unter Druck: Technikdirektor James Allison warnt, dass der Vorsprung des Teams unter dem neuen Reglement schon in der anstehenden Europa-Phase mit sechs Rennen in acht Wochen schnell verschwinden kann.

Allison sagte im Kanada-Debrief von Mercedes, die Europa-Saison beginne in Monaco und werde "eine wirklich intensive Phase von sechs Rennen in nur acht Wochen". Das werde nicht nur die Mannschaft an der Strecke fordern, sondern auch "alle hier im Werk", die mit dem Entwicklungstempo Schritt halten müssten.

Der Kern seiner Warnung ist die Geschwindigkeit, mit der sich das Feld 2026 bewegt. Allison bezifferte die Entwicklungsrate unter den neuen Regeln auf "ungefähr eine Viertelsekunde pro Monat". Entsprechend drastisch formulierte er die Gefahr jedes Stillstands: Ein sechswöchiger Stromausfall in Brackley und gleichzeitig in Brixworth würde "den ganzen Vorteil, den wir uns bisher in dieser Saison erarbeitet haben, in einem Augenblick zunichtemachen".

Bemerkenswert ist diese Mahnung, weil Mercedes sportlich bislang die Maßstäbe setzt. Das Team hat in dieser Saison bislang jeden Grand Prix gewonnen, zuletzt in Montreal, wo Kimi Antonelli seinen vierten Sieg in Folge holte. Allison bezeichnete das Kanada-Wochenende zudem als wichtig, weil Mercedes dort sein erstes großes Upgrade des Jahres an den Start brachte und sich davon einen starken Schritt versprach.

Ganz ungetrübt war das Wochenende aber nicht. Trotz der starken Performance schied George Russell im Grand Prix mit einem Defekt an der Antriebseinheit aus. Allison erklärte, es habe sich um ein Abschalten des Motors gehandelt, ausgelöst durch einen Fehler in der Batterie. Nach dem Rennen habe man dort Hitzeschäden gesehen, die genaue Ursache müsse nun in den kommenden Tagen und Wochen geklärt und behoben werden.

Gerade diese Mischung aus Performancegewinn und Zuverlässigkeitsproblem unterstreicht Allisons Punkt vor dem Start der Europa-Saison. Mercedes kann sich seinen frühen Vorsprung nicht konservieren, sondern muss ihn in einem ungewöhnlich steilen Entwicklungsrennen verteidigen. Für das Spitzenteam heißt das laut Allison vor allem eines: In den nächsten sechs Rennen weiter Performance ans Auto zu bringen, weil Stillstand 2026 bereits Rückschritt bedeuten würde.