© Jonathan Borba

Mercedes-Diffusor: FIA-Klarstellung vor Spielberg

Die FIA bereitet nach einer Anfrage von Ferrari eine Klarstellung zum Mercedes-Diffusor vor, die bereits ab dem Österreich-Grand-Prix gelten könnte, während Mercedes versucht, die Anwendung bis Silverstone zu verschieben.

Damit verlagert sich der Streit um die viel beachtete Aero-Lösung vor allem auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens. Mehrere zusammengefasste Berichte nennen den Red Bull Ring als möglichen Startpunkt der Maßnahme. Mercedes drängt demnach darauf, dass die Klarstellung erst beim folgenden Rennen in Silverstone greift.

Auslöser ist eine technische Lösung, die Mercedes erst vor kurzem im Rahmen eines Update-Pakets an sein Auto gebracht hat. Dabei wurden Erweiterungen am Heck des Diffusors ergänzt. Gerade weil das Konzept neu ist und an einem sensiblen Performance-Bereich des Autos ansetzt, hat es bei den Rivalen Aufmerksamkeit ausgelöst.

Ferrari wandte sich daraufhin an die FIA und bat um eine Einschätzung der Legalität. Solche Anfragen sind in der Formel 1 nicht ungewöhnlich. Teams wollen damit entweder verstehen, ob sich eine Idee selbst nachbauen lässt, oder sie zielen auf die Regeltreue eines Konkurrenten. Im zweiten Fall kann die FIA mit einer Direktive oder einer formellen Klarstellung eingreifen.

Genau das zeichnet sich hier ab. Fällt die Behörde zu dem Schluss, dass das Konzept eingeschränkt werden muss, hätte das zwei unmittelbare Folgen: Andere Teams könnten die Lösung nicht als Vorlage für eigene Entwicklungen nutzen, und Mercedes müsste seine aktuelle Ausführung womöglich anpassen oder ganz aufgeben. Je nachdem, wie die FIA den Fall bewertet, kann eine solche Maßnahme sofort gelten oder erst nach einer kurzen Übergangsfrist.

Der Wunsch von Mercedes nach Aufschub hat laut den Berichten vor allem praktische Gründe. Die Trucks des Teams haben das Werk bereits in Richtung Spielberg verlassen. Eine geänderte Konfiguration noch rechtzeitig nach Österreich zu bringen, würde deshalb erheblichen Zusatzaufwand verursachen.

Die Entscheidung ist sportlich relevant, weil sie mitten in den technischen Schlagabtausch an der Spitze fällt. Wenn die Klarstellung schon in Österreich greift, könnte Mercedes eine neue Lösung praktisch sofort verlieren. Kommt sie erst in Silverstone, bliebe dem Team zumindest ein weiteres Rennwochenende, um die aktuelle Version einzusetzen, bevor der enge Vergleich mit Ferrari und Red Bull durch einen möglichen Eingriff der FIA neu justiert wird.