Liam Lawson sagt, der Online-Hass nach seinem Zwischenfall mit Sergio Perez beim Grand Prix von Mexiko 2024 sei so massiv gewesen, dass er anschließend alle Social-Media-Apps von seinem Handy löschte.
Der Neuseeländer sprach im High Performance Podcast über einen Moment, der in seinem erst zweiten Formel-1-Einsatz für Racing Bulls sofort prägend geworden sei. Nach dem Duell mit dem mexikanischen Publikumsliebling Perez auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez sei er in die Garage zurückgekehrt und habe gesehen, dass sein Handy von Nachrichtenanfragen und Reaktionen überschwemmt worden war.
„Mein Handy... ich habe noch nie so etwas gesehen. Die Nachrichten, die Kommentare unter Posts, die verrücktesten Dinge, die man sich vorstellen kann“, sagte Liam Lawson im High Performance Podcast. Selbst heute könne er, wenn er in seine Nachrichtenanfragen schaue, noch Dinge lesen, „die man sich gar nicht vorstellen kann“.
Für Lawson traf die Reaktion einen ohnehin heiklen Moment seiner jungen F1-Karriere. Er sagte, dass ihn der Wechsel als Ersatz für Daniel Ricciardo bei Red Bulls Schwesterteam bei manchen Fans bereits „auf dünnes Eis“ gebracht habe. Der Kampf mit Perez in Mexiko verschärfte die Lage dann zusätzlich, vor allem wegen der Reaktion aus dem Lager des Heimfahrers.
Der Vorfall auf der Strecke blieb dabei nicht ohne eigenes Fehlverhalten. Lawson räumte ein, Perez im Eifer des Gefechts den Mittelfinger gezeigt zu haben. Unmittelbar nach dem Rennen habe er gewusst, dass er das nicht hätte tun sollen. Nach seiner Darstellung waren seine sozialen Kanäle zu diesem Zeitpunkt aber bereits mit beleidigenden und hasserfüllten Nachrichten überflutet.
Lawson beschrieb Mexiko rückblickend als einen dieser frühen F1-Momente, die sich zunächst riesig anfühlten, aus denen er später aber etwas mitgenommen habe. „Es gibt kleine Dinge, die mir in meiner bisher kurzen Formel-1-Karriere passiert sind und sich damals ziemlich groß angefühlt haben, aber rückblickend bin ich dankbar dafür“, sagte er. „Ich glaube, Mexiko war einer dieser Momente.“
Besonders in Erinnerung blieb ihm, wie unvorbereitet er in diese Welle geriet. Damals habe er nicht einmal seine Instagram-Benachrichtigungen stummgeschaltet gehabt. Als er nach dem Rennen aufs Handy blickte, sei die Menge an Reaktionen sofort außer Kontrolle geraten.
Die Konsequenz war radikal. Lawson löschte nach dem Rennen alle seine Social-Media-Apps und zog sich zunächst komplett zurück. Erst 2025 kehrte er auf einige Plattformen zurück, nach eigenen Angaben vor allem, um zu verfolgen, was seine Freunde machten. Für einen Fahrer, der gerade erst in der Formel 1 angekommen war, wurde die Mexiko-Episode damit nicht nur zum Streitpunkt auf der Strecke, sondern zu einer frühen Lektion darüber, wie schnell ein einzelner Zwischenfall den Druck rund um einen jungen Fahrer eskalieren lassen kann.
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