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Leclerc jagt Ferrari-Rekord, doch nur ein Titel zählt

Charles Leclerc ist seit dem Grand Prix von China 2026 mit 154 Starts der zweiterfahrenste Ferrari-Fahrer der Formel-1-Geschichte, doch den Meilenstein selbst ordnet er klar seinem eigentlichen Ziel unter: Er will als Weltmeister mit der Scuderia in Erinnerung bleiben.

Damit hat der Monegasse Kimi Räikkönen in der Ferrari-Statistik überholt und liegt nur noch hinter Michael Schumacher, der für das Team auf 180 Grand-Prix-Starts kam. Sollte Leclerc bei Ferrari bleiben, könnte er diese Bestmarke laut den Berichten etwa zur Mitte der Saison 2027 übertreffen.

Als ihn Medien, darunter PlanetF1.com und RacingNews365, auf die Zahl ansprachen, reagierte Leclerc mit einer Mischung aus Überraschung und Verbundenheit. „Es ist seltsam“, sagte Charles Leclerc. „Ich fühle mich immer noch sehr jung, und ich erinnere mich an mein erstes Jahr bei Ferrari, als wäre es gestern, aber es ist etwas Besonderes.“ Seine Nähe zum Team erklärte er auch mit seiner langen Vorgeschichte bei Ferrari: „Ich liebe dieses Team. Ich bin in diesem Team aufgewachsen, noch bevor ich Formel-1-Fahrer für Ferrari war. Ich war in der Ferrari Driver Academy, also haben sie mich aufwachsen sehen, nicht nur als Fahrer, sondern auch als Person. Deshalb ist es ein ganz besonderer Ort, um zu fahren.“

Genau deshalb misst er dem Erfahrungsrekord nur begrenzte Bedeutung bei. Leclerc machte deutlich, dass ihn die reine Zahl an Einsätzen nicht definiert. „Ich möchte nicht als der erfahrenste Ferrari-Fahrer in Erinnerung bleiben, ich möchte als Weltmeister mit Ferrari in Erinnerung bleiben, und das ist noch nicht geschafft“, sagte er. „Darauf liegt mein Fokus.“

Leclerc fügte hinzu, dass ihm diese Statistik nicht einmal wirklich bewusst gewesen sei. Er jage nicht aktiv Schumachers Marke, sondern den Titel, der seiner Ferrari-Zeit aus seiner Sicht noch fehlt. „Ich wusste tatsächlich nicht wirklich von dieser Statistik. Ich freue mich nicht besonders darauf, die Nummer eins zu werden, ich will einfach eine Weltmeisterschaft gewinnen“, sagte er. „Dafür kämpfe und arbeite ich jeden Tag, und ich hoffe, dass dieser Tag kommen wird.“

Diese Haltung passt zu seiner bisherigen Bilanz bei Ferrari. In seiner achten Saison mit der Scuderia steht Leclerc bei 27 Pole-Positions und acht Siegen, hatte laut den Berichten aber noch keine komplette Saison in einem Auto, mit dem er durchgehend um den Titel kämpfen konnte. Gerade deshalb ist der Rekord für ihn nur ein Nebenaspekt. Entscheidend bleibt, ob er seine lange Ferrari-Geschichte noch in den Erfolg verwandeln kann, der in Maranello am meisten zählt.