© Jonathan Borba

Las Vegas GP zahlt Fans nach Trainingschaos

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Die Formel 1, Liberty Media und der Las Vegas Grand Prix haben sich auf einen Vergleich über 3.047.986 US-Dollar geeinigt, um Fans des chaotischen Debütabends 2023 in Las Vegas zu entschädigen, nachdem sie vor Ort kaum oder gar kein Training sehen konnten.

Auslöser war der Zwischenfall im ersten freien Training, als Carlos Sainz im Ferrari nach nur acht Minuten über einen schlecht gesicherten Gullydeckel fuhr. Der Einschlag beschädigte sein Auto schwer. Laut den Berichten waren Chassis, Motor, Unterboden und Batterie betroffen. Die Session wurde sofort unterbrochen und anschließend komplett gestrichen, weil die Sicherheit des Stadtkurses nicht mehr gewährleistet war.

Damit kippte der gesamte Donnerstagabend des ersten Las-Vegas-Wochenendes. Entlang der Strecke mussten danach sämtliche Schacht- und Kanalabdeckungen kontrolliert, teils entfernt und die betroffenen Stellen mit Sand und Schnellasphalt gesichert werden. Das zweite freie Training begann deshalb erst gegen 2:30 Uhr morgens nach mehr als zwei Stunden Verzögerung und fand vor leeren Tribünen statt.

Für die Zuschauer war genau das der Kern des Falls. Viele hatten teure Donnerstagstickets gekauft, warteten stundenlang auf eine Fortsetzung und bekamen am Ende praktisch nichts zu sehen. Die Fans durften nur die ersten Minuten des Trainings verfolgen, ehe der Abend in langen Verzögerungen versandete. Als die zweite Session schließlich doch noch möglich war, waren die Zuschauerbereiche bereits geschlossen. Berichten zufolge wurden viele Besucher nach Hause geschickt, teils auch von der Polizei abgewiesen.

Der damalige Veranstalter hatte die Schließung der Fanbereiche mit den gesetzlich zulässigen Arbeitszeiten des Sicherheitspersonals und logistischen Gründen begründet. Für viele Betroffene verschärfte das den Ärger noch, weil gerade Inhaber reiner Donnerstagstickets für ihre Anreise und ihre Karten am Ende nur acht Minuten Fahrbetrieb erhielten. Eine Rückerstattung gab es zunächst nicht. Stattdessen wurde ein Gutschein über 200 US-Dollar für den offiziellen Fanshop angeboten.

Aus diesem Abend entwickelte sich eine Sammelklage, deren Ergebnis nun in dem Vergleich festgeschrieben wurde. Nach den vorliegenden Berichten können rund 32.000 Fans Ansprüche geltend machen. Anspruchsberechtigt sind Ticketinhaber des Donnerstags sowie Käufer eines Drei-Tages-Pakets. Wer direkt über den Las Vegas Grand Prix oder über Ticketmaster gebucht hat, soll automatisch über die Entschädigung informiert werden. Käufer über andere Plattformen müssen ihren Antrag selbst einreichen, die Frist endet am 27. August 2026.

Der Las Vegas Grand Prix erklärte in einer Stellungnahme an The Athletic: „Wir freuen uns, dass diese Angelegenheit mit einer fairen Lösung für unsere Fans abgeschlossen werden konnte und nun ein Weg nach vorn besteht.“

Ein Schuldeingeständnis ist mit der Einigung nicht verbunden. Weder die Formel 1 noch Liberty Media oder der Las Vegas Grand Prix erkennen damit laut den Berichten eine Haftung an. Die abschließende Anhörung über den Vergleich ist für den 4. November vor dem US District Court of Nevada angesetzt. Für die Formel 1 ist der Fall damit vor allem deshalb relevant, weil aus einem achtminütigen Training beim Prestigeprojekt in Las Vegas ein Millionenvergleich mit Tausenden betroffenen Zuschauern geworden ist.

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