Jean Todt sagt, Ayrton Senna wollte 1994 sofort zu Ferrari, pochte aber auf einen Wechsel trotz bestehender Verträge. „F1-Verträge sind nicht wichtig“, habe Senna gesagt, so Todt. Der damalige Ferrari-Teamchef blieb hart, Senna ging zu Williams. Den Kern dieser verpassten Chance erzählte Todt im High Performance Podcast und verortete den Ursprung bei einem nächtlichen Treffen in Monza 1993.
Todt schilderte ein Gespräch am Rande des Grand Prix von Italien, im Hotel Villa d’Este am Comer See, als Senna bei ihm im Zimmer auftauchte. „Der erste Fahrer, von dem ich wirklich geträumt habe, war Ayrton Senna“, sagte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast. „Wir haben eine lange Nacht über seinen Wechsel zu Ferrari gesprochen. Er wollte sehr gerne kommen“, sagte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast. Senna drängte auf 1994. Todt lehnte ab. „Für 1994 war es nicht möglich, wir hatten bereits Verträge mit Gerhard Berger und Jean Alesi“, sagte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast. Laut Todt konterte Senna: „F1-Verträge sind nicht wichtig.“ Todt hielt dagegen: „Für mich ist ein Vertrag wichtig. Ich wollte ihn für 1995“, sagte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast. „Darum wählte er schließlich Williams“, erklärte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast.
Senna fuhr 1994 für Williams. Nach dem Unfall beim Grand Prix von San Marino starb er. „Sein Ferrari-Traum wurde nie Wirklichkeit“, sagte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast.
Parallel beschrieb Todt die Lage bei Ferrari Mitte der 1990er. „1994 hatten wir bei Ferrari noch dieselben Fahrer, aber wir bauten das Team neu auf. 1995 war das immer noch im Gange, aber für 1996 wussten wir, dass es das Jahr werden würde, in dem wir wieder Dinge ausprobieren konnten“, sagte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast. Laut Todt gab es intern Reibung. „Es gab intern Getuschel. Die Chassis-Leute sagten, wir hätten keinen guten Motor, die Motoren-Leute sagten, das Chassis sei nicht gut, und dass wir auch keine guten Fahrer hätten“, sagte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast.
Die Antwort darauf fiel klar aus. Ferrari holte Michael Schumacher. „Michael war zu diesem Zeitpunkt der beste Fahrer, also mussten wir ihn überreden, zu Ferrari zu kommen“, sagte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast. Über den Zeitpunkt der Gespräche sagte Todt: „Anfang oder Mitte 1995“, sagte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast. Dann kam der Abschluss schnell. „Wir verbrachten einen Tag in Monaco mit Michael und Willi Weber, danach wurde der Vertrag sofort unterschrieben“, sagte Todt, ehemaliger Ferrari-Teamchef, im High Performance Podcast.
So führte die verpasste Senna-Verpflichtung 1994 über Umwege zur Schumacher-Ära. Erst das Nein aus Vertragstreue, dann der Wechsel Sennas zu Williams, schließlich Ferraris Kurs, alle Zweifel an Fahrern zu beenden, indem man den Besten holte.