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Gasly kassiert Gridstrafe nach Stroll-Behinderung

Pierre Gasly wird beim Grand Prix von Großbritannien nicht von Startplatz 12, sondern nur von Rang 15 ins Rennen gehen, nachdem die FIA den Alpine-Piloten für eine unnötige Behinderung von Lance Stroll in Q1 in Silverstone mit einer Strafversetzung um drei Plätze belegt hat.

Auslöser war eine Szene in Kurve 15 am Samstag. Stroll befand sich in einer fliegenden Runde, während Gasly auf einer langsamen Ausrollrunde unterwegs war. Nach Ansicht der Sportkommissare blieb der Franzose dabei mit geringer Geschwindigkeit auf der Ideallinie, sodass der Aston-Martin-Fahrer die Linie verlassen musste, um überhaupt vorbeizukommen.

Damit wurde aus einem Vorfall, der zunächst nach einem Missverständnis aussah, eine klassische Behinderung im Sinne der Regeln. Gasly und Stroll waren nach Q1 zu den Stewards geladen worden, die den Fall am Ende nicht als unvermeidbare Verkettung unglücklicher Umstände werteten, sondern als vermeidbaren Eingriff in eine gezeitete Runde.

Brisant war dabei, dass Gasly nach eigener Darstellung in diesem Moment keinen funktionierenden Funk hatte. Er erklärte, er habe noch Funkchecks versucht und erwartet, dass Kimi Antonelli hinter ihm bleiben würde, statt zu überholen, weil er davon ausgegangen sei, dass Antonelli nicht auf einer schnellen Runde unterwegs sei. Alpine machte im Hearing geltend, dass die übliche Warnung an den Fahrer wegen eines technischen Problems mit der FOM-Ausrüstung ausgeblieben sei. Laut den Stewards wurde dieses Problem von der FOM bestätigt.

Die Kommissare berücksichtigten diese Umstände ausdrücklich und hielten fest, dass es sich um unglückliche Begleitumstände handelte. Auch der Vertreter von Strolls Team habe bestätigt, dass die Situation aus seiner Sicht unglücklich gewesen sei. Das änderte aber nichts an der Kernfrage der Verantwortung im Cockpit.

In ihrer Entscheidung schrieben die Stewards: „Das Fehlen einer Funkwarnung entbindet den Fahrer jedoch nicht von der Verantwortung, eine Behinderung eines anderen Autos zu vermeiden.“ Weiter heißt es, „dass die Beweise zeigten, dass dem Fahrer Informationen zur Verfügung standen, einschließlich der Anzeige auf dem Lenkraddisplay, um zu erkennen, dass sich Stroll auf einer gezeiteten Runde näherte.“ Genau dieser Punkt gab am Ende den Ausschlag.

Die FIA kam deshalb zu dem Schluss, dass Gasly Stroll unnötig behindert habe und verhängte die Standardstrafe von drei Startplätzen. Für Alpine ist das ein spürbarer Rückschlag, weil Gaslys ordentliches Qualifying-Ergebnis damit unmittelbar entwertet wurde.

Die Strafe verschiebt auch das Mittelfeld im Grid. Gasly fällt von Platz 12 auf 15 zurück. Nico Hülkenberg rückt dadurch auf Startplatz 12 vor, Oliver Bearman verbessert sich auf Rang 13 und Carlos Sainz startet nun von Platz 14. Gerade in einem eng gestaffelten Feld in Silverstone kann diese Verschiebung für den Rennverlauf und die Punktechancen entscheidend sein.