Alan Permane von Racing Bulls warnt vor einem teuren Nebeneffekt der abgesagten Formel-1-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien: Trotz gesparter Flüge, Hotels und Fracht droht laut dem Teamchef jedem Rennstall ein Minus in Millionenhöhe. Für die Teams, die unter dem Budgetdeckel arbeiten, kommt dazu noch ein zweiter Druckpunkt, denn steigende Treibstoff- und Transportpreise könnten die Saison später noch teurer machen.
Permane sagte als Racing-Bulls-Teamchef gegenüber der Presse, die Ausfälle in Sakhir und Dschidda träfen die Budgets direkt. „Die Absage von zwei Grands Prix hat einen erheblichen Einfluss auf die Budgets der Teams. Einerseits sparen wir Geld, wenn diese Rennen nicht stattfinden, weil wir kein Personal zu den Veranstaltungen schicken müssen. Es fallen keine Kosten für Flüge, Hotels oder Frachttransport an. Trotzdem bleibt die Gesamtbilanz negativ, und das ist eine schlechte Nachricht“, sagte Permane als Racing-Bulls-Teamchef gegenüber der Presse.
Der Hintergrund ist die Verteilung der Formel-1-Einnahmen. Auto Motor und Sport berichtete in einer am Mittwoch, dem 15., veröffentlichten Analyse, dass die Streichung der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien rund 100 Millionen Euro kosten würde. Das entspreche 14 Prozent der zusammen etwa 700 Millionen Euro schweren Promoter-Erlöse der Formel 1, berichtete das Magazin. Auto Motor und Sport schrieb weiter, dass der Schaden unter Einbeziehung von rund der Hälfte des Preisgeldes, das an die Teams ausgeschüttet wird, „irreparabel“ werde.
Permane sagte als Racing-Bulls-Teamchef gegenüber der Presse, der Fehlbetrag für die Teams dürfte bei „einigen Millionen“ pro Rennstall liegen. Genaue Zahlen gebe es noch nicht. „Wir haben noch keine genauen Zahlen, aber gegen Ende der Saison werden die Kosten wegen der steigenden Treibstoffpreise zwangsläufig zunehmen“, sagte Permane als Racing-Bulls-Teamchef gegenüber der Presse. Er verwies auch auf die Transportseite. „Die Treibstoffkosten sind für alle bereits gestiegen, und Flugreisen werden bald denselben Weg gehen. Und all das wirkt sich zwangsläufig auf die F1-Teams aus, weil all diese Ausgaben im Budgetdeckel enthalten sind“, sagte Permane als Racing-Bulls-Teamchef gegenüber der Presse.
Damit wird der Ausfall der beiden Nahost-Rennen für die Teams zu mehr als einem Loch im Kalender. Selbst wenn bestimmte Reisekosten wegfallen, sinken laut Permane und laut der Analyse von Auto Motor und Sport die Einnahmen, während andere Ausgaben im Laufe der Saison eher steigen könnten.
Eine spätere Neuansetzung bleibt offen. Permane sagte als Racing-Bulls-Teamchef gegenüber der Presse, man beobachte die Lage weiter und hoffe noch auf eine Rückkehr von einem oder beiden Rennen im weiteren Jahresverlauf. „Wir beobachten die Situation und sind sehr hoffnungsvoll, dass es die Möglichkeit gibt, eines oder beide Rennen später in diesem Jahr neu anzusetzen“, sagte Permane als Racing-Bulls-Teamchef gegenüber der Presse. Zugleich schränkte er die Aussicht klar ein: „Wir wissen noch nichts. Offensichtlich wird das nicht passieren, solange sich die Lage im Nahen Osten nicht beruhigt. Wenn es passiert, könnten wir ein sehr volles Saisonende bekommen“, sagte Permane als Racing-Bulls-Teamchef gegenüber der Presse.
Auto Motor und Sport berichtete, dass die Formel 1 eine Mindestzahl an Rennen benötigt, um TV-Verträge zu erfüllen und juristische Risiken zu vermeiden. Bei derzeit 22 Grands Prix bestehe noch kein Zwang, Ersatz zu schaffen. Das könne sich laut dem Magazin aber ändern, falls der Konflikt bis zum Saisonende anhält. Das gilt auch deshalb, weil Katar und Abu Dhabi als letzte Stationen im Kalender ebenfalls in einer Region liegen, die nach Angaben des Magazins zuvor von iranischen Angriffen betroffen war.