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FIA startet Aktion gegen Online-Hass in der F1

Die FIA begeht am Dienstag, 7. Juli, erstmals den „United Against Online Abuse Day“ und setzt dabei mit geschlossenem Rückhalt aus der Formel 1 ein demonstratives Signal gegen wachsenden Online-Hass im Motorsport.

Die Initiative wurde von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem ins Leben gerufen und war bereits am vergangenen Grand-Prix-Wochenende in Silverstone im gesamten Fahrerlager sichtbar präsent. Dort trat die Formel 1 mit einer einheitlichen Botschaft auf: Alle Fahrer unterstützten die Kampagne, ebenso F1-CEO Stefano Domenicali. Gerade in einem Umfeld, das sonst von sportlicher Rivalität geprägt ist, verleiht dieser geschlossene Auftritt der Aktion besonderes Gewicht.

Ben Sulayem knüpfte den Vorstoß an eine Entwicklung, die den Sport in den vergangenen Jahren immer stärker beschäftigt. Fahrer, Teammitglieder und andere Akteure der Formel 1 sind zunehmend Ziel von Hassnachrichten in sozialen Medien geworden. In der offiziellen Mitteilung der FIA sagte er: „Online-Missbrauch untergräbt unsere Wettbewerbe und gefährdet unsere Athleten, Offiziellen und Fans. Er zerstört den eigentlichen Geist des Sports. Aber gemeinsam können wir das ändern.“

Wie konkret das Problem inzwischen geworden ist, zeigte Esteban Ocon mit seinem eigenen Beispiel. Der Haas-Pilot berichtete in dieser Saison von Todesdrohungen nach einem Zwischenfall auf der Strecke. Für ihn ist entscheidend, solche Reaktionen nicht als unvermeidlichen Teil des Spitzensports hinzunehmen. „Wenn man anfängt, diesen Online-Missbrauch zu akzeptieren, akzeptiert man, dass das die Realität ist, dass das normal ist, und das ist nicht der Fall“, sagte Ocon.

Die FIA stellte die Kampagne deshalb bewusst nicht nur als Schutzmaßnahme für prominente Fahrer dar, sondern als gemeinsames Anliegen des gesamten Sports. Kimi Antonelli betonte, dass auch Profisportler Menschen blieben und nicht deshalb Online-Missbrauch verdienten, weil sie in der Öffentlichkeit stünden. Fernando Alonso rückte den Kontrast zwischen Wettbewerb und Umgangston in den Mittelpunkt. Rivalität gehöre zum Sport, Respekt müsse aber immer an erster Stelle stehen. „Es spielt keine Rolle, ob du für ein anderes Team fährst oder andere Farben unterstützt, jeder verdient Respekt“, sagte Alonso. „Gemeinsam können wir den Sport und die Welt zu einem besseren Ort machen. Daran müssen wir alle arbeiten.“

Auch aus der Teamführung kam Unterstützung. McLaren-CEO Zak Brown forderte Fans und Community dazu auf, sich aktiv einzubringen, statt Hasskommentare nur zu ignorieren. Je mehr positive Botschaften verbreitet würden, desto eher ließen sich die Stimmen übertönen, die gezielt Hass streuten, sagte Brown.

Damit zielt die FIA mit dem ersten „United Against Online Abuse Day“ nicht nur auf Aufmerksamkeit für ein bekanntes Problem. Die Kampagne soll zeigen, dass die Formel 1 das Thema als sportpolitische Aufgabe behandelt, bei der Fahrer, Teams und Führungsebene öffentlich dieselbe Linie vertreten.