David Coulthard drängt die FIA zu einer gezielten Regeländerung für die neuen Formel-1-Antriebe. Der frühere Grand-Prix-Sieger sagte im Up To Speed-Podcast, in blinden Hochgeschwindigkeitskurven wie Eau Rouge in Spa-Francorchamps dürfe keine Energie geerntet werden, weil die Autos dort plötzlich stark an Tempo verlieren können. Genau diese Geschwindigkeitsunterschiede hält er nach dem Vorfall vor Oliver Bearmans 50G-Unfall in Suzuka für ein akutes Sicherheitsproblem.
Coulthard, 13-maliger Sieger in der Formel 1, schlug der FIA dabei ausdrücklich "harvest-freie Zonen" vor. Er sagte als ehemaliger Formel-1-Fahrer im Up To Speed-Podcast: "Es gibt bestimmte Kurven, die eigentlich vom Ernten von Energie ausgenommen sein sollten." Und er legte im selben Podcast nach: "An solchen Stellen darf das Auto einfach nicht verzögern. Man darf Fahrer nicht mit so großen Geschwindigkeitsunterschieden an Orten überraschen, an denen die Sicht eingeschränkt ist."
Als Beispiel verwies Coulthard im Up To Speed-Podcast auf Suzuka. Laut den Berichtszusammenfassungen verlor Franco Colapinto dort elektrische Unterstützung, wodurch ein großer Geschwindigkeitsunterschied entstand. Oliver Bearman musste demnach auf das Gras ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden, und schlug anschließend mit 50G in die Streckenbegrenzung ein. Coulthard stellte diesen Ablauf im Podcast als Warnsignal für die FIA dar, weil solche Situationen mit den neuen Energie-Strategien offenbar nicht auf Japan beschränkt sind.
Besonders heikel sind für ihn blinde Passagen. Eau Rouge nannte Coulthard als ehemaliger Formel-1-Fahrer im Up To Speed-Podcast "eine der ikonischsten Kurven der Welt". Er erklärte im selben Gespräch: "Es gibt Stellen, an denen du, wenn du über die Kuppe fährst, nicht sehen kannst, ob auf der anderen Seite ein Auto ist." Deshalb, so Coulthard im Podcast, sollte dort kein Laden erlaubt sein. Ein Schließgeschwindigkeits-Unterschied von "30 bis 40 Meilen pro Stunde" oder, wie er an anderer Stelle sagte, "50 oder 60 Kilometer pro Stunde", sei "einfach lebensgefährlich".
Coulthard verband das Thema Sicherheit auch mit der Qualität des Rennens. Er sagte als ehemaliger Formel-1-Fahrer im Up To Speed-Podcast: "Es geht nicht darum, wie viele Überholmanöver es gibt." Sein Punkt war, dass die aktuelle Form des Energiemanagements Überholmanöver zu leicht mache. "Mit diesen Reglements wird überall überholt, und man kann das Unverteidigbare einfach nicht verteidigen", sagte er im Podcast. Für das Qualifying forderte er wieder Runden, in denen Fahrer und Auto durchgehend am Limit arbeiten. Coulthard formulierte es im Up To Speed-Podcast so: "Ich will eine Runde, in der Mensch und Auto ständig an die Grenzen gehen, nicht eine, in der alles perfekt gemanagt wird."
Die FIA hat das Thema im Qualifying bereits aufgegriffen. Laut den Berichten reduzierte der Verband für das Qualifying in Suzuka in Abstimmung mit den 11 Teams die erlaubte Energierückgewinnung von 9 MJ auf 8 MJ, um den Geschwindigkeitsverlust in schnellen Kurven zu verringern. Nach ihrem ersten April-Treffen erklärte die FIA als Regelhüterin laut den Berichten, es habe einen "konstruktiven Dialog über schwierige Themen" gegeben. Weitere Gespräche über das Qualifying und die Regeln werden im April erwartet.