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Colapinto zittert vor WM-Finale mehr als vor Spa

Franco Colapinto hat den Medientag der Formel 1 in Spa-Francorchamps mit Argentiniens Einzug ins WM-Finale geprägt und offen zugegeben, dass ihn das Endspiel gegen Spanien am Sonntag nervöser macht als der Belgien-Grand-Prix. Der Alpine-Pilot sagte in seiner Presserunde in Spa: „Es wird kompliziert. Sicher werde ich wegen des Finales viel nervöser sein als wegen des Rennens.“

Dass sich der Fokus im Fahrerlager für ein paar Stunden vom Rennwochenende wegbewegte, lag auch an Colapintos Auftritt. Der einzige Argentinier im aktuellen F1-Feld kam in einem Argentinien-Trikot mit Lionel Messis Namen und der Nummer 10 auf dem Rücken an die Strecke, kurz nachdem Argentinien England im Halbfinale geschlagen hatte.

Colapinto machte dabei klar, dass er den Grand Prix deshalb nicht weniger ernst nimmt. Für ihn liegt der Unterschied darin, dass er auf das Rennen selbst Einfluss nehmen kann, auf ein Fußballfinale aber nicht. Gerade deshalb beschäftigt ihn das Endspiel so sehr. Zugleich nannte er die Paarung mit Spanien „das beste Finale, das wir uns wünschen konnten“ und beschrieb sie als besonders reizvoll, weil beide Länder lateinisch geprägt sind und dieselbe Sprache sprechen.

Wie stark ihn Argentiniens Lauf mitnimmt, zeigte sich auch in der Art, wie er über das Halbfinale sprach. Er hatte das Spiel am Mittwoch mit Freunden, seiner Familie und einem früheren italienischen Ingenieur verfolgt und beschrieb vor allem die letzten 20 Minuten als extrem spannend. Colapinto sagte, er sei unabhängig vom Ausgang „extrem stolz auf Argentinien“ und lobte die Art, wie die Mannschaft das Land repräsentiere.

Obwohl er das Finale zugleich als „nur ein Fußballspiel“ einordnete, hob Colapinto hervor, warum ihn dieser Run emotional so stark trifft. Er sagte, die Mannschaft habe nie aufgegeben, und im Sieg gegen England viel von der „argentinischen Blutlinie“, dem „Wettkampfgen“ und dem „Kampfgeist“ gezeigt. Gerade das habe ihn beeindruckt und ihn, wie er sagte, in manchen Momenten sogar bewegt.

Die Finalpaarung teilte auch die Sympathien im F1-Paddock. Carlos Sainz stellte sich auf die spanische Seite und sagte, Spanien spiele im Turnier sehr gut, warnte aber zugleich vor Argentiniens Offensivstärke. Der Williams-Fahrer räumte ein, dass er das Spiel wegen seiner Reisepläne mit Charles Leclerc und des Ferrari-Ablaufs womöglich nicht komplett verfolgen kann und auf WLAN im Flugzeug hoffen muss.

Für Colapinto macht genau diese Konstellation den Sonntag so besonders: Ein Formel-1-Rennwochenende läuft weiter, aber sein Blick richtet sich auf ein Finale, das für ihn persönlich größer wirkt als alles, was der Medientag in Spa sonst zu bieten hatte.