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Colapinto führt Alpine in Miami zu Sprint-P8

Franco Colapinto hat Alpine in der Sprint-Qualifikation von Miami auf Startplatz acht geführt, damit sein bestes Qualifying-Ergebnis in jedem Format erreicht und Teamkollege Pierre Gasly erstmals in dieser Saison geschlagen. Für Alpine wog das doppelt schwer, weil beide Autos als einziges Mittelfeldteam den Sprung in SQ3 schafften.

Colapinto fuhr im Top-10-Shootout eine 1:29,320 und lag damit zwei Plätze und 0,154 Sekunden vor Gasly, der mit 1:29,474 Zehnter wurde. Gerade im direkten Vergleich innerhalb des Teams war der Auftritt des Argentiniers auffällig, weil sich der interne Maßstab in Miami klarer abzeichnete als an den bisherigen Wochenenden.

Colapinto erklärte nach der Session, Alpine habe sich aus einer schwierigen Ausgangslage herausgearbeitet. Der Alpine-Fahrer sagte, er sei glücklich, weil man sich zurückgekämpft habe: „Es war hart, aber jetzt verstehen wir es endlich. Wir haben den Rhythmus gefunden und verstanden, wo uns die Pace gefehlt hat.“ Entscheidend sei auch gewesen, auf einem Sprint-Wochenende schnell Stabilität aufzubauen. „Wir haben den ganzen Tag gute Runden gefahren, und das ist an einem Sprint-Wochenende, das schwieriger ist, sehr wichtig.“

Damit war sein Ergebnis nicht nur eine einzelne starke Runde. Colapinto sah Alpine auch für den weiteren Verlauf des Wochenendes gut aufgestellt. Er sagte, die Rennpace wirke stark, im Vergleich zum Mittelfeld liege das Team in einer guten Position. Selbst gegenüber dem Red Bull von Isack Hadjar sei Alpine konkurrenzfähig.

Dass Colapinto in Miami vorne lag, bekam zusätzliches Gewicht durch die Probleme auf der anderen Seite der Garage. Pierre Gasly, Alpine-Fahrer, sagte nach der Sprint-Qualifikation gegenüber Canal+, seit dem Morgen habe es ein Problem am Auto gegeben, das das Team nicht verstehe. „Wir haben überhaupt keine Traktion“, sagte er. Später ergänzte er, dass er deutlich mehr Wheelspin habe und das Team die Ursache vor Samstag finden müsse.

Gasly sprach trotz SQ3 von Enttäuschung, weil aus seiner Sicht mehr im Paket gesteckt habe. Ihm habe vom ersten Umlauf an etwas im Auto nicht gepasst, und wegen des knappen Formats habe Alpine nicht genug Zeit gehabt, das Problem vollständig zu beheben. Umso klarer fiel dadurch Colapintos Leistung aus, der unter denselben Bedingungen den bislang überzeugendsten Auftritt seiner Alpine-Zeit ablieferte.

Auch teamintern wurde das Ergebnis als wichtiger Schritt gewertet. Steve Nielsen, Managing Director von Alpine, nannte beide Autos in SQ3 „ein echtes Positiv“, gerade weil andere Teams mit bedeutenden Upgrades nach Miami gekommen seien. Alpine setzte auf Gaslys Auto zudem einen neuen Heckflügel ein, sammelte damit Vergleichsdaten und sparte für Samstag noch einen frischen Satz Soft-Reifen.

Für Alpine ist das in Miami mehr als nur ein guter Freitag. Colapinto hat den teaminternen Vergleich zum ersten Mal in dieser Saison für sich entschieden und das Team in eine Position gebracht, aus der Punkte im Sprint realistisch erscheinen.