Andrea Stella hat die Gerüchte um einen Wechsel zu Ferrari nach McLarens Verpflichtung von Gianpiero Lambiase direkt abgeräumt. Der McLaren-Teamchef reagierte auf der offiziellen Website des Teams mit Spott auf Berichte über „astronomische Gehälter“, „mythische Vorverträge“ und sogar „vergiftete Kekse“.
Auslöser war McLarens Ankündigung aus der vergangenen Woche: Gianpiero Lambiase, seit Jahren Renningenieur an der Seite von Max Verstappen bei Red Bull, wechselt als Chief Racing Officer nach Woking, laut McLaren spätestens 2028. In der Bestätigung des Teams hieß es, diese Rolle existiere bereits in der Struktur, die Aufgaben würden derzeit aber von Stella zusätzlich zu seinem Posten als Teamchef übernommen. Wenn Lambiase von Red Bull kommt, soll er „einige der Verantwortlichkeiten übernehmen, die derzeit von Stella gemanagt werden“.
Genau das setzte die Spekulationen in Gang. Berichte, die laut den vorliegenden Zusammenfassungen vor allem von niederländischen Medien angeheizt wurden, stellten Lambiase als möglichen Nachfolger von Stella auf. Gleichzeitig tauchten Behauptungen auf, Stella bereite seine Rückkehr zu Ferrari als Teamchef vor. Im Umlauf waren laut den Berichten auch Geschichten über ein sehr hohes Gehalt und einen Vorvertrag mit der Scuderia. PlanetF1.com meldete allerdings schon am Tag von Lambiase' Verpflichtung unter Berufung auf eigene Quellen, dass Stellas Rolle bei McLaren unverändert bleibe und kein Wechsel zu Ferrari bevorstehe.
Stella selbst machte nun klar, wie er diese Geschichten einordnet. „Ehrlich gesagt haben mich einige der jüngsten Gerüchte, darunter auch jene über astronomische Gehälter und mythische Vorverträge, zum Schmunzeln gebracht“, sagte Stella, McLaren-Teamchef, im Interview auf der offiziellen McLaren-Website. „Es scheint fast so, als wäre die ,Silly Season', die normalerweise erst vor dem Sommer beginnt, dieses Mal früher angekommen.“
Er blieb bei diesem Ton. „Ich bin an solche Dinge inzwischen ziemlich gewöhnt und nehme sie mit einem Lächeln“, sagte Stella, McLaren-Teamchef, im selben Interview auf der offiziellen McLaren-Website. Dann wurde er noch bildhafter: „Es sieht fast so aus, als hätte irgendein neidischer Konditor versucht, die Zubereitung eines guten Desserts in der McLaren-Konditorei zu verderben“, sagte Stella, McLaren-Teamchef, im selben Interview auf der offiziellen McLaren-Website. „Wir wissen allerdings sehr gut, wie man gute Zutaten von vergifteten Keksen unterscheidet“, ergänzte Stella, McLaren-Teamchef, ebenfalls im selben Interview auf der offiziellen McLaren-Website.
Diese Linie passt zu der Botschaft, die McLaren selbst schon mit der Verpflichtung von Lambiase setzte. In der Teammitteilung erklärte McLaren, der Schritt solle dazu dienen, „den bei McLaren Mastercard vorhandenen Talentpool zu stärken und zu unterstützen“. Das Team bekräftigte dort auch das Ziel, weiter „ein Team zu sein, das Meisterschaften gewinnt“. Zugleich verwies McLaren in derselben Erklärung auf die „strategische Vision und Kultur“ unter Zak Brown und Andrea Stella und teilte mit, dass Brown und Stella beide langfristige Verträge haben.
Damit stellte McLaren die Personalie als Ausbau der Struktur dar, nicht als Vorbereitung eines Führungswechsels. Und Stella nutzte seine Antwort, um genau diese Lesart noch einmal öffentlich zu untermauern.