Fernando Alonso will erst nach der Sommerpause über seine Formel-1-Zukunft entscheiden und seine Wahl für 2027 davon abhängig machen, ob sich Aston Martin sportlich spürbar verbessert und wie er die Situation nach Gesprächen mit seiner Familie bewertet.
Der Aston-Martin-Pilot sagte beim Grand Prix von Miami, er sei „für alles offen“ und werde sich „wahrscheinlich erst nach der Sommerpause“ mit dem Team zusammensetzen, um eine endgültige Entscheidung zu treffen. Sein Vertrag läuft am Ende der Saison 2026 aus. Alonso machte klar, dass er vor allem sehen müsse, „wie sich das Auto verbessert und wie wir die Dinge für das nächste Jahr sehen“.
Damit ist die Lage des Teams ein zentraler Teil seiner Abwägung. Der Start in die Saison 2026 verlief für Aston Martin schwierig. In den ersten Rennen wurde der AMR26 mehrfach als nicht konkurrenzfähig und unzuverlässig beschrieben, mit Vibrationsproblemen, Getriebeproblemen und zu wenig Abtrieb. In Miami kamen zwar erstmals beide Aston Martin ins Ziel, doch das ändert nichts daran, dass Alonso seine Zukunft nicht losgelöst von der technischen Entwicklung des Projekts betrachtet.
Der Spanier betonte zugleich, dass ihn die Entscheidung nicht unter Druck setzt. Er habe sich, wie er sagte, noch nicht tiefgehend mit seiner Zukunft beschäftigt und müsse zuerst mit seiner Familie und seinem engsten Umfeld sprechen. Falls er weitermache, glaube er, dass das zweite Jahr des Projekts besser werden könne als das aktuelle.
Einen zusätzlichen Einfluss hat sein neues Familienleben. Fernando Alonso, Aston-Martin-Pilot und zweimaliger Formel-1-Weltmeister, sagte über die Geburt seines Sohnes, dass sich dadurch seine Sicht auf vieles verändert habe. „Ich habe ein paar Gedanken, ich kann das nicht leugnen. Das verändert die Art, wie man das Leben sieht“, sagte er. Gleichzeitig deutete er an, dass Vater zu werden ihn nicht automatisch in Richtung sofortigen Rücktritts drängt: „Ich würde gerne nicht aufhören, bevor er im Paddock ist oder in meinem Auto sitzt.“ Alonso schob aber nach, dass es wohl eher um einen kurzen als um einen langen Zeithorizont gehe: „Vielleicht sind es ein paar Jahre, und ich will nicht noch vier oder fünf Jahre fahren.“
Sollte er die Formel 1 verlassen, wäre das für ihn kein Abschied vom Rennsport insgesamt. Alonso sagte, es helfe ihm bei seiner Abwägung, dass er bereits wisse, was es außerhalb der Formel 1 gebe. Andere Kategorien könnten sportlich sogar attraktiver sein, erklärte er mit Verweis auf frühere Erfahrungen außerhalb der Königsklasse. Gleichzeitig betonte er, dass keine andere Serie das gesamte Paket der Formel 1 mit Spannung, Umfeld und öffentlicher Aufmerksamkeit vollständig ersetze. In dieser Lebensphase, so Alonso, könne er entscheiden, was ihn am glücklichsten mache.
Für Aston Martin bedeutet das, dass die zweite Saisonhälfte nicht nur sportlich, sondern auch mit Blick auf die Fahrerfrage wichtig wird. Alonso stellte klar, dass er sich dem Projekt auch über ein mögliches Renncockpit hinaus verbunden fühlt. Er wolle mit dem Team Erfolg haben, „am Steuer oder nicht“, und kündigte an: „Ihr werdet mich im Paddock sehen, selbst wenn ich aufhöre zu fahren.“
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