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Williams holt Dan Milner für mehr Unabhängigkeit

Williams verpflichtet Dan Milner nicht nur als erfahrenen Ingenieur von Mercedes, sondern für einen größeren Umbau: Das Formel-1-Team baut mit ihm eine neue Vehicle-Technology-Einheit auf und bereitet die Rückkehr zur Eigenentwicklung von Getriebe- und Hydrauliksystemen vor.

Milner kommt als Chief Engineer–Vehicle Technology nach 20 Jahren Verbindung zu Brackley zu Williams. Nach Angaben des Teams verbrachte er fast 14 Jahre bei der Organisation durch die Honda-, Brawn- und Mercedes-Phasen und arbeitete sich aus Simulations- und Designrollen in leitende Aufgaben hoch. Laut den vorliegenden Zusammenfassungen verantwortete er sechs Jahre lang die Powertrain-Integration und das Getriebedesign, zuletzt arbeitete er als Chief Engineer for R&D. In leitenden technischen Rollen trug er laut den Zusammenfassungen zu mehreren WM-Erfolgen bei, darunter acht Konstrukteurstitel in Serie.

Der Punkt an dieser Personalie liegt aber weniger im Lebenslauf als in der Aufgabe. Williams setzt Milner an die Spitze einer neuen Abteilung, die parallel zu den eigentlichen Fahrzeugprogrammen arbeiten soll. Laut den Zusammenfassungen ist seine Arbeit weder direkt auf den FW48 für 2026 noch auf das Auto der nächsten Saison zugeschnitten. Stattdessen soll diese Einheit Grundlagentechnologien entwickeln, in Hardware, Simulation, Test und Qualität, ohne den Druck des jährlichen Formel-1-Zyklus. Diese Technik soll erst in die Rennwagen kommen, wenn sie nach der zusammengefassten Darstellung dafür bereit ist.

Damit zielt Williams auf mehr technische Eigenständigkeit. Zu den ersten Aufgaben der neuen Einheit gehört laut den Zusammenfassungen, die Entwicklung von Getriebe und Hydraulik zurück ins eigene Haus zu holen. Diese Komponenten bezieht Williams seit Beginn der Hybridära 2014 über das Kundenabkommen mit Mercedes. Die Berichte ordnen diesen Schritt als aufwendiger ein, aber auch als Weg zu mehr Autonomie bei einem Auto, bei dem kleine technische Unterschiede darüber entscheiden können, ob ein Team punktet oder nicht.

Milner selbst machte in der Teammitteilung klar, warum ihn der Wechsel gereizt hat. „Ich freue mich sehr, als Chief Engineer für Vehicle Technology zu Williams zu kommen“, sagte Dan Milner, künftiger Williams Chief Engineer–Vehicle Technology, laut Teammitteilung. „Nach 20 Jahren Verbindung zu Brackley ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine neue Herausforderung. Williams hat einen klaren, ambitionierten Plan für den nächsten Schritt, und ich freue mich darauf, meine Erfahrung und mein Wissen einzubringen, um diesen Weg zu beschleunigen. Ich kann es kaum erwarten, das Team kennenzulernen, die Organisation zu verstehen und Ideen in Leistung auf der Strecke umzusetzen“, sagte Milner, künftiger Williams Chief Engineer–Vehicle Technology, laut Teammitteilung weiter.

Auch Matt Harman ordnete die Verpflichtung als Teil eines größeren technischen Plans ein. „Dan bringt breite Erfahrung und klare Führung mit“, sagte Matt Harman, Technischer Direktor von Williams, in der Teamkommunikation. „Dan hat große Programme in Forschung und Entwicklung sowie im Antriebsbereich geleitet, Ideen in Leistung umgesetzt und weiß, wie man Teams zusammenführt, um Ergebnisse zu liefern. Er wird eine zentrale Rolle in unserem Vehicle-Technology-Plan spielen und dabei helfen, Innovation in konstante Leistungsgewinne auf der Strecke umzusetzen“, sagte Harman, Technischer Direktor von Williams, in der Teamkommunikation.

Nach den Zusammenfassungen sieht Williams die Verpflichtung deshalb nicht als bloße Verstärkung, sondern als neue technische Funktion mit langfristigem Zweck. Genau darin liegt die Aussage dieser Personalie: Das Team will bei Basis-Technologien wieder mehr selbst in der Hand haben.