© Jake Archibald from London, England

Verstappen spürt nach Red-Bull-Update wieder Siegnähe

Max Verstappen hat Red Bull in Spielberg mit Platz zwei nach 71 Runden wieder glaubhaft an die Spitze herangeführt und sagte nach dem Österreich-Grand-Prix, er habe „zum ersten Mal das Gefühl hatte, wirklich um den Sieg kämpfen zu können“.

Genau darin lag für Red Bull der eigentliche Wert des Heimrennens. Obwohl der Sieg auf dem Red Bull Ring ausblieb, sprach Teamchef Laurent Mekies von „ohne Zweifel unser stärkstes Rennen 2026“. Nach schwierigen Wochen war das die erste klare Bestätigung, dass das große Update des RB22 wirkt.

Vor dem Rennen in der Steiermark hatte Red Bull am Auto laut Mekies an „praktisch alles ab dem Cockpit“ gearbeitet. Im Zentrum standen neue Seitenkästen und eine Gewichtsreduktion, mit der der RB22 nun das Mindestgewicht erreicht. Mekies sagte, es sei „kein einfaches Wochenende“ gewesen, weil so viele Updates gleichzeitig ans Auto kamen, lobte aber die Arbeit an der Strecke und zog ein klares Fazit: „Das Auto ist deutlich schneller. Nach einigen schwierigen Rennen sind wir wieder mitten im Kampf dabei.“

Dass sich der Fortschritt sofort im Rennen zeigte, war an Verstappens erster Rennhälfte abzulesen. Von der dritten Startreihe aus war er schon bis Runde zwei an Charles Leclerc und Kimi Antonelli vorbei. Danach lieferte er sich in Runde elf ein Rad-an-Rad-Duell mit Lewis Hamilton. Verstappen bezeichnete die erste Hälfte später als „deutlich konkurrenzfähiger“ und sagte: „Die Duelle mit Lewis haben Spaß gemacht, auch wenn sie uns natürlich Zeit gekostet haben.“ Im Vergleich zum vorherigen Grand Prix sei das ein klarer Schritt gewesen, nachdem er dort praktisch allein gefahren sei und niemanden habe angreifen können.

Ganz sauber lief der Nachmittag trotzdem nicht. Ab der Mitte des zweiten Stints bekam Verstappen Probleme mit der Hinterachse des RB22 und verlor wieder Pace. „Plötzlich waren Bodenwellen, Randsteine und die Traktion extrem schwierig zu beherrschen, doch damit musste ich bis ins Ziel leben“, sagte er.

Dazu kam Frust über den Zeitpunkt des zweiten Boxenstopps. Während der spätere Sieger George Russell schon in Runde 43 hereinkam, blieb Verstappen bis Runde 49 draußen. Verstappen meinte danach, er habe in diesen zusätzlichen Runden mehr Zeit verloren, als er mit den frischeren Reifen später noch gutmachen konnte. Trotzdem kam er im Finish noch einmal näher und lag am Ende nur 1,6 Sekunden zurück.

Für Red Bull zählt vor allem, dass der Rückstand nicht mehr strukturell wirkte. Mekies verwies darauf, wie weit das Team seit dem Saisonstart gekommen sei: „Es ist heutzutage sehr schwierig, eine Sekunde Rückstand aufzuholen. Genau das hat das Team vom Saisonstart bis jetzt nahezu geschafft. Damals lagen wir noch deutlich über eine Sekunde hinter den allerbesten, jetzt sind wir im Bereich der letzten Zehntel angekommen. Der Kampf ist noch nicht vorbei.“

Für Verstappen selbst ändert Spielberg die Lage noch nicht komplett. In der Fahrerwertung liegt er weiter 98 Punkte hinter Spitzenreiter Kimi Antonelli. Der Niederländer machte auch klar, dass Red Bull für einen echten Titelkampf kompletter werden muss: „Wir haben noch zu viele Probleme - angefangen bei den offensichtlichen Dingen bis hin zu internen Abläufen im Hintergrund, von denen ihr wahrscheinlich gar nichts wisst, ich aber schon.“ Gerade deshalb ist das Spielberg-Wochenende für Red Bull so wichtig: Der RB22 hat erstmals 2026 gezeigt, dass er mit dem richtigen Paket wieder eine echte Siegchance bieten kann.