Carlos Sainz hat Max Verstappen nach ihrem frühen Duell beim Miami Grand Prix 2026 ein grenzwertiges Manöver vorgeworfen, nachdem der Red-Bull-Pilot nach einem Dreher in der ersten Runde ins Mittelfeld zurückgefallen war und den Williams-Fahrer in Kurve 17 attackierte.
Der ungewöhnliche Auslöser war Verstappens Patzer gleich zu Beginn. Nach dem Dreher in den ersten Kurven fand sich der Niederländer plötzlich mitten im dichten Verkehr wieder und traf dort direkt auf Sainz und dessen Williams-Teamkollegen Alexander Albon. Aus einem Rückholmanöver wurde schnell der Aufreger der Anfangsphase.
Sainz machte schon am Funk klar, wie er die Szene gesehen hatte. „He pushed me off. He thinks he can whatever he wants just because he’s racing the midfield“, sagte der Atlassian-Williams-Pilot. Später erklärte er gegenüber Medien einschließlich Crash.net, Verstappen sei innen ohne genug Platz hineingestochen, habe den Williams berührt und ihn von der Strecke gedrängt.
Sainz bezeichnete das Manöver als „borderline“ und schilderte, dass er in dem Moment wirklich mit einer Kollision gerechnet habe. Er sagte auch, der Angriff habe auf ihn so gewirkt, als gehe Verstappen davon aus, im Pulk würden die anderen ihn ohnehin vorbeilassen. Als mögliche Erklärung nannte Sainz Frust nach dem frühen Dreher, verbunden mit dem Versuch, so schnell wie möglich wieder nach vorn zu kommen.
Verstappen wollte aus den Vorwürfen keine größere Debatte machen. Auf Sainz’ Kritik angesprochen, antwortete der Red-Bull-Fahrer knapp: „I don’t know. It’s a bit of a jungle in the midfield, so I don’t know what to say.“ Damit stellte er den Zwischenfall als Teil der harten und unübersichtlichen Positionskämpfe im Mittelfeld dar.
Auch den Gedanken, hinter der Szene könne wegen der gemeinsamen Vergangenheit der beiden mehr stecken, wies Verstappen zurück. Das habe „nothing to do with the history“, sagte er.
Genau darin lag die Schärfe des Schlagabtauschs nach dem Rennen: Sainz warf Verstappen vor, sich im Pulk so zu bewegen, als könne er sich mehr erlauben als andere, während Verstappen dieselbe Szene als normalen Kampf im „Dschungel“ des Mittelfelds abtat. Für beide Seiten machte gerade dieser Gegensatz deutlich, wie schnell ein Spitzenfahrer nach einem frühen Fehler in eine ganz andere Art von Rennen gezogen werden kann.
© Jonathan Borba