Sebastian Vettel hat bei seinem Debüt beim London-Marathon die Drei-Stunden-Marke geknackt und dabei gemeinsam mit F1-Journalist Tom Clarkson deutlich mehr Geld als geplant für zwei der Formel 1 eng verbundene Wohltätigkeitsorganisationen gesammelt.
Der viermalige Weltmeister beendete den Lauf über 26,2 Meilen unter warmen Bedingungen in 2:59:08 und erreichte damit exakt das Ziel, das er sich vor dem Start gesetzt hatte. Zusammen mit Clarkson wollte Vettel 5.000 Pfund für den Grand Prix Trust und die Brain & Spine Foundation einwerben. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag die Summe bereits bei 8.873 Pfund.
Nach dem Zieleinlauf sagte Vettel im Gespräch mit BBC Sport, der Lauf habe sich "sehr lang" angefühlt, gerade weil es sein erster Marathon gewesen sei. Zugleich hob er die Atmosphäre an der Strecke hervor und sprach von einer großartigen Erfahrung. Er sagte auch, dass er noch immer sehr aufgeregt sei und sich vor allem freue, ins Ziel gekommen zu sein.
Vettel erklärte, dass er schon lange einmal einen Marathon laufen wollte. Er habe sich stets fit gehalten und viel Lauf- und Radtraining gemacht, deshalb sei nun der richtige Zeitpunkt gewesen. Besonders zufrieden war er damit, die angepeilte Marke knapp unter drei Stunden erreicht zu haben. Noch wichtiger sei für ihn aber gewesen, die Distanz überhaupt zu schaffen. Nach dieser ersten Erfahrung könne er anderen nur empfehlen, sich anzumelden und es selbst zu versuchen.
Clarkson blieb ebenfalls unter seiner persönlichen Schwelle und kam nach 3:58:51 ins Ziel. Im Mittelpunkt stand jedoch vor allem die gemeinsame Benefizaktion, die das ursprüngliche Spendenziel klar übertraf.
Beide Organisationen haben direkte Wurzeln im Formel-1-Umfeld. Der Grand Prix Trust wurde von Jackie Stewart gegründet und unterstützt Strecken- und Fabrikpersonal der Formel 1. Die Brain & Spine Foundation wurde von dem früheren F1-Medizinchef Professor Sid Watkins mitgegründet und hilft Menschen mit neurologischen Erkrankungen.
Für Vettel war der Lauf damit mehr als nur ein erfolgreiches persönliches Sportziel: Er verband sein erstes Marathon-Finish unter drei Stunden mit einer Aktion, die der Formel-1-Gemeinschaft und einem zweiten medizinischen Hilfszweck unmittelbar zugutekommt.
© Jonathan Borba