Nelson Piquet Jr. hat Lewis Hamilton abgesprochen, noch dieselbe Leidenschaft für die Formel 1 zu haben wie Fernando Alonso, und dabei ausgerechnet den älteren Spanier als Maßstab für ungebrochene Gier im Sport bezeichnet.
Im Gespräch mit Soy Motor am 20. April 2026 stellte der frühere Formel-1-Fahrer seinen Ex-Teamkollegen Alonso als nahezu unverändert motivierten Ausnahmefahrer dar. Piquet sagte, Alonsos Tempo und innerer Antrieb hätten sich über zwei Jahrzehnte kaum verändert: „Seine Geschwindigkeit, er ist ein sehr schneller Fahrer, der immer hungrig ist. Er hat dieselbe Motivation und denselben Hunger wie vor 20 Jahren. Das ist etwas sehr Bewundernswertes.“
Den schärfsten Punkt setzte er im direkten Vergleich mit Hamilton. „Bei Lewis sieht man das zum Beispiel nicht“, sagte Piquet. „Lewis hat nicht die Liebe, die Leidenschaft und den Hunger, die Fernando immer noch hat, obwohl Fernando älter ist.“ Er fügte hinzu, Alonso sei „fünf oder sechs Jahre älter als meine und Lewis’ Generation“ und habe „mehr Leidenschaft als viele andere Fahrer“.
Piquets Urteil stützt sich auch auf eigene Erfahrung. Der Brasilianer fuhr 2008 und 2009 bei Renault an Alonsos Seite und sagte, dessen Niveau habe sich mit der Zeit „praktisch nicht verändert“. Rückblickend auf 2008 beschrieb er Alonso als Fahrer auf dem Höhepunkt seiner Stärke, der „sehr schwer zu schlagen“ gewesen sei.
Für Piquet ist genau diese Konstanz der entscheidende Unterschied. Er verglich Alonso auch mit Max Verstappen und sagte, beide liebten das Rennfahren um des Wettbewerbs willen. Alonso sei ein „reiner Wettkämpfer“ und weiter extrem schnell, was ihn in Piquets Augen auch nach so vielen Jahren noch von vielen anderen im Feld abhebt.
Gerade der Altersvergleich verleiht der Aussage zusätzliche Schärfe. Hamilton wurde im Januar 41 Jahre alt, Alonso wird in den kommenden Monaten 45. Piquets Kernthese lautet damit, dass aus seiner Sicht nicht der jüngere der beiden Weltmeister, sondern der ältere noch das sichtbar größere Feuer für die Formel 1 besitzt.
© Jonathan Borba