Moderne Formel-1-Autos sind im April zurück auf dem Nürburgring, aber nicht für ein Rennen. Mercedes und McLaren fahren dort seit dem 14. April einen kurzfristig angesetzten zweitägigen Pirelli-Test, nachdem der ursprünglich in Saudi-Arabien geplante Termin wegen des Konflikts im Nahen Osten verlegt wurde. Für Mercedes ging George Russell als Erster auf den Grand-Prix-Kurs, bei McLaren übernahm Oscar Piastri den ersten Einsatz im MCL40.
Der Test läuft auf dem Nürburgring-GP-Kurs und nicht auf der Nordschleife. Laut den vorliegenden Zusammenfassungen liegt das an den nötigen FIA-Lizenzen des Grand-Prix-Kurses, der schon mehrfach Formel-1-Rennen ausgerichtet hat. Das letzte war der Eifel-Grand-Prix 2020. Seit diesem Rennen waren dort nach den Berichten keine modernen Formel-1-Autos mehr im Einsatz.
Am Dienstagmorgen tauchten dann auch Bilder von Piastri im McLaren online auf. Damit wurde sichtbar, was sich schon am Vortag abgezeichnet hatte: In einem Monat ohne Grand Prix arbeitet die Formel 1 trotzdem weiter an der Zukunft ihres Materials. Pirelli nutzt den Test, um neue Mischungen für das Reglement ab 2027 zu bewerten. Nach Angaben in den Zusammenfassungen ist der Nürburgring-Termin Teil eines größeren Entwicklungsprogramms, an dem zuletzt auch Red Bull und Racing Bulls beteiligt waren.
Racing Bulls blieb dafür laut einer der Zusammenfassungen nach dem Grand Prix von Japan in Suzuka. Ferrari arbeitete ebenfalls mit Pirelli, allerdings in Fiorano. Dort testete Lewis Hamilton nach Angaben der Zusammenfassung Regenreifen auf einer künstlich bewässerten Strecke, die über das Bewässerungssystem der Strecke vorbereitet wurde.
Die Verlegung nach Deutschland zeigt vor allem, wie stark die Lage im Nahen Osten den Kalender und das Testprogramm beeinflusst hat. Laut den Zusammenfassungen war der zweitägige Test zunächst in Saudi-Arabien vorgesehen. Weil der Saudi-Arabien-Grand-Prix wegen des Konflikts im Nahen Osten abgesagt wurde, musste auch Pirelli den Plan ändern und auf den Nürburgring ausweichen.
So wurde ausgerechnet in einem grand-prixfreien April der Nürburgring wieder zum Arbeitsplatz für aktuelle Formel-1-Technik. Nicht als Austragungsort eines Rennwochenendes, sondern als Ersatzstandort für einen Test, den Pirelli für die Reifen der Saison 2027 braucht. Mercedes und McLaren lieferten dafür die Autos und Fahrer, Russell und Piastri eröffneten die zwei Tage auf einem Kurs, der die Formel 1 zuletzt 2020 im Renneinsatz gesehen hatte.