Gianpiero Lambiase verlässt Red Bull in Richtung McLaren, und genau dieser Wechsel sorgt gerade für die lauteste Frage rund um Max Verstappen. Der langjährige Renningenieur des Weltmeisters, seit Jahren seine direkte Stimme am Kommandostand, soll spätestens 2028 als Chief Racing Officer zu McLaren gehen. In den Reaktionen von Will Buxton, David Coulthard und Jolyon Palmer wirkt das nicht wie ein normaler Personalwechsel, sondern wie der nächste Einschnitt für Red Bull und womöglich auch für Verstappens Zukunft im Team.
Will Buxton, Moderator und Journalist, ordnete den Schritt im Podcast „Up to Speed“ so ein: Wäre es nur Lambiase, könnte man den Verlust „wahrscheinlich abtun“ als Weggang von „einem Teammitglied“. Buxton verwies im selben Podcast aber darauf, dass Verstappen im vergangenen Jahr bereits mehrere prominente Namen verloren habe, darunter Christian Horner, Helmut Marko, Adrian Newey und Jonathan Wheatley. „All diese Leute sind gegangen, und Max ist der Einzige aus der Führungsebene, der noch übrig ist“, sagte Buxton, Moderator und Journalist, im Podcast „Up to Speed“. Danach stellte er dort die Frage, wann ein Fahrer an den Punkt komme, an dem er auf sein Team blicke und denke: „Das ist nicht mehr der Ort, und das ist nicht mehr die Gruppe, mit der ich all meine Weltmeistertitel gewonnen habe.“
Jolyon Palmer, ehemaliger Formel-1-Fahrer und Kolumnist der offiziellen F1-Website, ging im Podcast „F1 Nation“ noch weiter. Er nannte Lambiases Abschied dort „die Spitze des Eisbergs“ der internen Instabilität bei Red Bull. „Red Bull ist nicht konkurrenzfähig, und der Weg zurück dorthin ist mit all den Leuten, die gegangen sind, ganz sicher nicht einfach“, sagte Palmer, ehemaliger Formel-1-Fahrer und Kolumnist der offiziellen F1-Website, im Podcast „F1 Nation“. Lambiase sei für ihn eine zentrale Figur, weil er „die Verbindung zwischen dem Fahrer und dem Team“ herstelle. Palmer sagte im selben Podcast auch: „Ich sehe nicht, wie er noch lange bleiben kann, wahrscheinlich schon nicht über das Ende dieses Jahres hinaus, es sei denn, Red Bull hat einen konkreten Plan und zeigt klare Fortschritte.“
Palmer beschrieb die Lage bei Red Bull im Podcast „F1 Nation“ mit einem harten Bild: „Das ganze Haus hat sich verändert. Das Gebäude ist noch dasselbe, aber die ganze Einrichtung ist verschwunden.“ Er nannte die Entwicklung dort auch „den Zusammenbruch eines Imperiums“ und sagte über das Team: „Jetzt gehen sie alle.“ Seine Einordnung ist klar: Lambiase ist für ihn nicht der Auslöser allein, sondern Teil eines größeren Aderlasses.
Coulthard setzte im Podcast „Up to Speed“ einen etwas anderen Akzent. David Coulthard, ehemaliger Formel-1-Fahrer, sagte dort, die Verbindung zwischen Verstappen, seiner Familie und Red Bull bleibe stark. „Die Bindung zwischen Österreich, Verstappen und seiner Familie ist so stark“, sagte Coulthard, ehemaliger Formel-1-Fahrer, im Podcast „Up to Speed“. Gleichzeitig betonte er im selben Gespräch, dass im Sport „nichts ewig“ sei. Falls Red Bull, wie er es formulierte, schon „später in diesem Jahr“ nicht wieder zu einer siegfähigen Form finde, werde Verstappen sich anschauen, wo seine Karriere am besten aufgehoben sei.
Genau deshalb bekommt Lambiases bestätigter Wechsel zu McLaren so viel Gewicht. Mehrere Zusammenfassungen beschreiben ihn nicht als gewöhnlichen Ingenieur, sondern als Verstappens direkte Schnittstelle auf der Strecke und als festen Teil seines Wohlbefindens im Team. Wenn ausgerechnet diese Verbindung endet, lesen viele Beobachter das als weiteres Zeichen dafür, wie stark sich Red Bull personell verändert hat. Und nach den jüngsten Einschätzungen ist genau das der Punkt, an dem die Debatte um Verstappens Zukunft neue Schärfe bekommt.