© Eterna

Lance Stroll bleibt trotz harter Regelkritik bei F1

Lance Stroll hat vor dem Grand Prix von Miami die aktuelle Ausrichtung der Formel 1 scharf attackiert, zugleich aber klargestellt, dass er Aston Martin nicht den Rücken kehren will. Der Kanadier sagte, die Serie zerstöre mit den aktuellen Regeln das Racing, betonte aber auf Nachfrage von RacingNews365, dass dies nicht sein letztes Jahr in der Formel 1 sein werde.

Stroll machte seinen Frust vor allem an der wachsenden Bedeutung des Energiemanagements fest. „Wir zerstören das Racing mit diesen Regeln“, sagte der Aston-Martin-Fahrer. An anderer Stelle beschrieb er den aktuellen Zustand der Autos noch grundsätzlicher: Die Meisterschaft sei noch immer „sehr weit entfernt von den richtigen F1-Autos“ und davon, wieder permanent am Limit fahren zu können, „ohne an die Batterien und all das zu denken“.

Trotz dieser Kritik sieht Stroll seine Zukunft weiter bei Aston Martin. Er sagte, er habe noch immer „viel Vertrauen in dieses Projekt“ und verwies auf die Grundlagen, die das Team inzwischen geschaffen habe. Adrian Newey sei zum Rennstall gestoßen, dazu kämen die neue Fabrik und der neue Windkanal. Für Stroll ist entscheidend, Teil des Aufstiegs zu bleiben, bis Aston Martin das Niveau erreicht, das er dem Team zutraut.

„Wenn ich in zwei oder drei Jahren auf dem Sofa sitze und vorne zwei grüne Autos sehe und nicht Teil davon bin, würde mich das sehr stören“, sagte Stroll. „Also ja, daran will ich beteiligt sein.“

Seine Enttäuschung über die aktuelle technische Richtung der Formel 1 kommt für ihn nicht überraschend. Stroll sagte, Fahrer und Beteiligte hätten seit rund anderthalb Jahren gewarnt, dass eine batterielastige Formel mit weniger Abtrieb „nicht gut aussah“. „Jetzt haben wir genau das, was wir erwartet haben“, sagte er.

Für Aston Martin fällt das nach seiner Einschätzung besonders ins Gewicht. Das Team wurde in dieser Saison von einem Honda-Antrieb gebremst, dem Leistung fehlt und der zu Beginn bei Stroll und Fernando Alonso Vibrationen verursachte. Stroll nannte die Lage „wahrscheinlich frustrierender für Aston Martin als für Mercedes im Moment“, fügte aber an: „So ist die Formel 1 eben. Hoffentlich wird es besser.“

Er machte auch deutlich, dass seine Kritik im Fahrerlager nicht isoliert sei. Stroll sagte, alle Fahrer wünschten sich Autos, die besser und angenehmer zu fahren seien. Manche könnten das offen aussprechen, andere nicht „wegen Verträgen und solchen Dingen“. Seine Hoffnung sei, dass die Autos in den kommenden Jahren „viel besser werden, damit wir wieder echte Formel-1-Autos bekommen“.

Damit verbindet Stroll zwei Botschaften, die für Aston Martin wichtig sind: Er hält die aktuelle Regelrichtung für verfehlt, sieht aber im eigenen Team noch genug Potenzial, um sich an den langfristigen Neuaufbau zu binden.