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Hermano da Silva Ramos stirbt mit 100 Jahren

Hermano da Silva Ramos, der älteste noch lebende ehemalige Formel-1-Fahrer, ist am 4. Mai 2026 in Frankreich im Alter von 100 Jahren gestorben. Mit seinem Tod verliert die Formel 1 nicht nur einen frühen Gordini-Piloten, sondern auch eine der letzten direkten Verbindungen zu den Anfangsjahren der Weltmeisterschaft.

Ramos wurde am 7. Dezember 1925 in Paris geboren und bestritt zwischen 1955 und 1956 sieben Grands Prix für Gordini. Sein Name ist in der Formel-1-Statistik kein großer in Zahlen, wohl aber ein markanter in historischer Hinsicht, weil er zu jener Generation gehörte, die die frühe Weltmeisterschaft auf der Strecke mitprägte.

Sein bestes Ergebnis erzielte er beim Grand Prix von Monaco 1956. Dort wurde er im Gordini Type 16 Fünfter und holte zwei WM-Punkte. Es blieb der Höhepunkt seiner kurzen Laufbahn in der Formel 1. Sein letzter Start folgte noch im selben Jahr beim Großen Preis von Italien 1956, wo er nach nur drei Runden mit Motorschaden ausfiel.

Auch außerhalb der Formel 1 war Ramos im internationalen Motorsport aktiv. Er startete bei den 24 Stunden von Le Mans und bei der Mille Miglia, zwei der traditionsreichsten Veranstaltungen des Sports. Seine Karriere reichte damit über die sieben WM-Einsätze hinaus, auch wenn sein Platz in der F1-Geschichte vor allem durch seine lange Lebenszeit und seine Zugehörigkeit zur Frühphase der Serie bestimmt wurde.

Diese historische Rolle bekam noch einmal besonderes Gewicht, als Ramos am 8. April 2023 zum ältesten noch lebenden Formel-1-Fahrer wurde. Damals starb Kenneth McAlpine im Alter von 102 Jahren. McAlpine bleibt damit der langlebigste Fahrer, der jemals in der Weltmeisterschaft angetreten ist. Ramos selbst war erst der zweite Formel-1-Fahrer überhaupt, der ein Alter von 100 Jahren erreichte.

Nur ein weiterer mit der Weltmeisterschaft verbundener Fahrer schaffte diese Marke: Paul Pietsch, der in den frühen Jahren der Kategorie drei Grands Prix bestritt, jeweils einen in den Saisons 1950, 1951 und 1952. Ramos' Tod verändert damit nicht nur eine aktuelle Reihenfolge, sondern auch die kleine historische Gruppe jener Fahrer, die ein Jahrhundert Lebenszeit erreichten.

Nach Ramos’ Tod ist nun der Brite John Rhodes der älteste noch lebende ehemalige Formel-1-Fahrer. Rhodes nahm nur an einem Rennen teil, dem Grand Prix von Großbritannien 1965, und ist derzeit 98 Jahre, 8 Monate und 18 Tage alt. Bei den Weltmeistern bleibt Sir Jackie Stewart der älteste noch lebende Grand-Prix-Sieger und Champion sowie der letzte überlebende Weltmeister aus den 1960er-Jahren.

Damit rückt mit Ramos’ Tod eine weitere Figur aus der Frühzeit der Formel 1 aus dem lebenden Gedächtnis des Sports. Für die Geschichte der Serie ist das mehr als eine biografische Notiz, weil sich mit jedem solchen Verlust auch die direkte Verbindung zu ihren ersten Weltmeisterschaftsjahren weiter verkleinert.