Lewis Hamilton hat mit seinem ersten Grand-Prix-Sieg für Ferrari in Barcelona nicht nur ein neues Kapitel seiner Karriere eröffnet, sondern auch den längsten Siegeszeitraum der Formel-1-Geschichte weiter ausgedehnt: Zwischen seinem ersten und seinem jüngsten Erfolg liegen jetzt 19 Jahre und vier Tage.
Der Erfolg beim Barcelona-Catalunya Grand Prix war Hamiltons 106. Sieg in der Formel 1 und zugleich sein erster in Ferrari-Rot. Damit hat er nun Rennen für drei verschiedene Topteams gewonnen: zunächst für McLaren, dann für Mercedes und jetzt auch für Ferrari. Insgesamt steht der siebenmalige Weltmeister bei 381 Grands Prix in seiner Karriere, davon 21 Siege für McLaren, 84 für Mercedes und nun einer für Ferrari.
Gerade diese Zeitspanne macht den Erfolg in Spanien besonders. Hamiltons erster Sieg kam bereits in seiner Rookie-Saison 2007, als er beim Kanada-Grand-Prix in erst seinem sechsten Formel-1-Rennen gewann. Schon damals deutete sich seine außergewöhnliche Konstanz an. 2026 hat er diesen Bogen noch weiter gespannt und den Maßstab für sportliche Langlebigkeit erneut verschoben.
Den bisherigen Referenzwert hielt Kimi Räikkönen. Dessen Zeitraum zwischen erstem und letztem Grand-Prix-Sieg reichte vom Malaysia-Grand-Prix 2003 bis zum USA-Grand-Prix 2018 und betrug 15 Jahre, 6 Monate und 28 Tage. Hamilton hatte diesen Rekord bereits mit seinen Siegen in Silverstone und Spa 2024 übernommen. Der Triumph in Barcelona hat den Abstand nun noch deutlicher vergrößert.
Dass dieser Meilenstein ausgerechnet mit dem ersten Ferrari-Sieg kam, verstärkte die historische Dimension zusätzlich. Hamilton wurde zum 16. Fahrer der Formel-1-Geschichte, der Rennen für drei verschiedene Teams gewonnen hat. Gleichzeitig war er mit diesem Erfolg der älteste Grand-Prix-Sieger seit Jack Brabham 1970.
Auch sportlich war der Sieg keine reine Statistikgeschichte. Hamilton startete für Ferrari von Platz zwei und setzte auf eine aggressive Drei-Stopp-Strategie, die durch eine Virtual-Safety-Car-Phase begünstigt wurde. Er übernahm die Führung, kontrollierte das Rennen und kam mit 19,6 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Es war damit nicht nur ein symbolischer erster Sieg für Ferrari, sondern ein klar herausgefahrener Erfolg.
Der Weg dorthin unterstrich auch, warum dieser Sieg in der Formel 1 mehr bedeutet als nur ein weiterer Eintrag in Hamiltons Rekordliste. Fast zwei Jahrzehnte nach seinem ersten Erfolg gewinnt er nicht bloß noch Rennen, sondern kann ein Grand Prix mit Strategie, Rennmanagement und Tempo deutlich zu seinen Gunsten drehen. Genau das hebt den Barcelona-Sieg von einer bloßen nostalgischen Geschichte ab.
Zusätzlich bekam das Ergebnis durch das Podium ein weiteres historisches Element. Hinter Hamilton wurden George Russell im Mercedes Zweiter und Lando Norris im McLaren Dritter. Laut der vorliegenden Zusammenfassung war es das erste komplett britische Podium seit 1968.
Für Hamilton ist der Kern dieses Tages trotzdem ein anderer: Sein erster Sieg für Ferrari ist zugleich der Beweis, dass seine außergewöhnliche Gewinnspanne in der Formel 1 weiter wächst und der Rekord, den er selbst gesetzt hat, noch schwerer erreichbar wird.
© Jonathan Borba