Ein Minister verspricht 100 Prozent Formel 1 im Jahr 2027, die Serie kontert unmissverständlich: Wir werden 2027 dort nicht fahren. Die Formel 1 hat ein Indien-Comeback 2027 kategorisch ausgeschlossen. „Obwohl Indien ein wertvoller Markt für das weitere Wachstum der Formel 1 mit einer großartigen, leidenschaftlichen Fangemeinde ist, werden wir 2027 dort nicht fahren“, erklärte ein F1‑Sprecher in einer Stellungnahme an RacingNews365. Der Buddh International Circuit stand damit sofort wieder im Fokus, doch die Serie verweist auf einen vollen Kalender.
Zuvor hatte Indiens Sportminister Mansukh Mandaviya öffentlich den Neustart angekündigt. „Es wird 2027 ein F1‑Rennen in Indien geben. Das findet zu 100 Prozent statt. Das erste Rennen wird am Buddh International Circuit sein“, sagte Mandaviya als Zusage, er ergänzte die Zeitachse: „Die Modalitäten werden in etwa sechs Monaten ausgearbeitet.“ Er stellte Steuererleichterungen in Aussicht, um die Wirtschaftlichkeit herzustellen, und positionierte sein Haus als Ansprechpartner. „Die Regierung wird helfen, die Steuererleichterungen zu bekommen, die zum Streitpunkt geworden waren, damit es für die Organisatoren tragfähig ist“, so Mandaviya weiter, „wenn die Vergnügungssteuer nicht vollständig aufgehoben werden kann, werden wir versuchen, Erstattungen zu gewährleisten, um das Projekt zu fördern.“ All das sagte der Sportminister in einer Medienrunde am 12. April, er verwies dabei auch auf Gespräche zwischen der FMSCI und der Formel 1.
Die Formel 1 widersprach der Zeitplanung deutlich und verwies auf die Lage ihres Programms. „Das Interesse an Austragungen war noch nie stärker“, so der F1‑Sprecher in der Stellungnahme an RacingNews365, „es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen im Kalender.“ Mit aktuell 24 Rennen ist die Saison so voll wie nie, wodurch neue Slots schwer zu vergeben sind.
Indien war von 2011 bis 2013 im Kalender, alle drei Rennen gewann Sebastian Vettel. Danach verschwand der Lauf. Laut den Berichten scheiterte das Projekt an finanziellen Verwerfungen und der steuerlichen Einstufung als Unterhaltung, was Abgaben nach sich zog. Der Veranstalter soll rund 25 Millionen Pfund pro Jahr allein an Antrittsgebühren gezahlt haben, eine Last, die das Rennen wirtschaftlich nicht tragen konnte.
Als Zwischenschritt nennt die Regierung Zweiradsport. Laut Crash.net empfängt der Buddh International Circuit in diesem Jahr wieder die MotoGP. Karun Chandhok, ehemaliger F1‑Pilot und einer von nur zwei Indern in der Formel 1, bremste die Erwartungen im selben Bericht: „Gut, den Ehrgeiz zu sehen, aber 2027 ist zu früh für das nötige Pensum. Ich würde den Indien‑GP gern zurücksehen, doch die Eigentümer müssen an der Strecke arbeiten, am Finanzmodell und an den Regelungs- und Steuerfragen. 2029 oder 2030 frühestens“, sagte Chandhok im Artikel von Crash.net.
Mandaviyas Bereitschaft, Steuern zu lockern, adressiert alte Streitpunkte. Doch laut Formel 1 bleibt 2027 vom Tisch. Alles Weitere hängt an Kalenderplätzen, Verträgen und daran, ob frühere Altlasten wirklich gelöst werden.