Isack Hadjar schlägt Max Verstappen im Qualifying bisher im Schnitt um 0,08 Sekunden, doch im Rennen dreht sich das Bild bei Red Bull komplett. Nach den ersten drei Formel-1-Wochenenden 2026 ist Verstappen laut Motorsport.com und Motorsport-Total.com rund eine halbe Sekunde pro Runde schneller als sein Teamkollege. Genau dieser Widerspruch sticht im frühen Kräftevergleich unter den neuen Regeln am stärksten heraus.
Das Muster ist deshalb so auffällig, weil es sich quer durchs Feld kaum in dieser Schärfe wiederholt. Bei McLaren, Mercedes oder Ferrari zeigen Qualifying und Renntempo meist in dieselbe Richtung. Bei Red Bull nicht. Motorsport.com und Motorsport-Total.com sehen darin eines der offenen Rätsel dieser ersten Saisonphase. Beide verweisen dabei auch auf die veränderten Anforderungen der neuen Autos.
Charles Leclerc, Ferrari-Fahrer, beschrieb diese Qualifying-Versuche laut Motorsport.com in der Analyse als „verrückte Runden“, die „kaum noch möglich“ seien. Motorsport-Total.com führt dieselbe Wortwahl auf und verweist ebenfalls auf den Zusammenhang mit den neuen Regeln. Nach Darstellung der Analyse könnte das erklären, warum reine Qualifying-Abstände 2026 weniger klar als Maßstab für die eigentliche Fahrerpace wirken. Gelöst ist der Fall Red Bull damit aber nicht.
Abseits dieses Sonderfalls haben sich in mehreren Teams schon klare interne Linien gebildet. Bei McLaren hat Oscar Piastri laut Motorsport.com und Motorsport-Total.com Lando Norris nach drei Wochenenden deutlich im Griff. Im Qualifying liegt Piastri im Schnitt 0,14 Sekunden vorne, im Renntempo sogar 0,24 Sekunden pro Runde. Beide Medien ordnen das als klaren Fortschritt gegenüber 2025 ein, als Norris noch in beiden Vergleichen vorne lag. Gleichzeitig schränken sie ein, dass wiederholte technische Probleme auf beiden McLaren den direkten Vergleich erschwert haben.
Noch belastbarer wirkt die Tendenz bei Mercedes. Andrea Kimi Antonelli und George Russell haben laut Motorsport.com und Motorsport-Total.com bislang alle relevanten Sessions absolviert, deshalb ist die Datengrundlage dort sauberer. Antonelli führt mit 0,08 Sekunden im Qualifying und 0,17 Sekunden pro Runde im Rennen. Das ist eine komplette Umkehr zum Vorjahr, als Russell laut beiden Medien noch in beiden Disziplinen um rund drei Zehntel vorne lag.
Bei Ferrari liegt Charles Leclerc nach Angaben von Motorsport.com und Motorsport-Total.com ebenfalls in beiden Wertungen vor Lewis Hamilton, mit 0,13 Sekunden im Qualifying und 0,07 Sekunden pro Runde im Rennen. Hinter den Topteams fällt auf, dass Arvid Lindblad bei Racing Bulls Liam Lawson mit 0,13 Sekunden und 0,14 Sekunden pro Runde schlägt. Fernando Alonso hält Aston Martin weiter an, mit einem Polster von 0,53 Sekunden im Qualifying und 0,12 Sekunden pro Runde im Rennen gegenüber Lance Stroll.
Am anderen Ende der Skala steht Alpine. Franco Colapinto gehört laut Motorsport.com und Motorsport-Total.com nach drei Wochenenden zu den größten Enttäuschungen im Feld. Gegen Pierre Gasly fehlt ihm im Schnitt 0,71 Sekunden im Qualifying und 0,79 Sekunden pro Runde im Rennen. Beide Medien betonen, dass diese Lücke größer ist als 2025 und dass sich Colapinto steigern muss, gerade weil Alpine nach ihrer Einordnung derzeit das stärkste Team im Mittelfeld stellt.
Nach Australien, China und Japan zeigt der interne Vergleich damit schon ein recht klares Bild. Piastri und Antonelli haben sich teamintern nach vorn gearbeitet. Leclerc bleibt bei Ferrari die Referenz. Und bei Red Bull steht der seltsamste Datensatz der frühen Saison, Hadjar samstags vorne, Verstappen sonntags deutlich schneller.