Christian Horner genießt nach eigenen Worten gerade Rennen „ohne jeglichen Druck“, doch nach dem Ablauf seiner Wettbewerbsklausel kann der frühere Red-Bull-Teamchef nun wieder für ein anderes Formel-1-Team arbeiten, was die Spekulationen über sein Comeback neu anheizt.
Beim Monaco ePrix sagte Horner auf dem offiziellen Formula-E-Feed: „Es ist mein allererstes Formula-E-Rennen, also bin ich hier, um zu lernen.“ Dazu erklärte er: „Es ist wirklich schön, bei einem Rennen zu sein, bei dem man absolut keinen Druck hat. Ich werde das Wochenende einfach genießen und ein bisschen mehr über diese Meisterschaft lernen.“
Ähnlich äußerte sich der 52-Jährige auch im Gespräch mit talkSPORT. Er sagte, er „genieße ein wenig Auszeit“ und beschrieb den Kontrast zu seiner früheren Rolle in der Formel 1: Normalerweise denke man in der Startaufstellung bereits an die nächsten zwei Stunden, in Monaco sei er aber einfach dort gewesen, um mehr über die Formula E zu erfahren.
Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil Horner nach Informationen von PlanetF1.com seit dem 8. Mai wieder frei ist, für ein anderes Formel-1-Team zu arbeiten. Eine mit seinem Abschied bei Red Bull verknüpfte Non-Compete-Klausel soll an diesem Datum ausgelaufen sein. Damit ist ein unmittelbarer Wechsel, der zuvor blockiert gewesen sein soll, nicht mehr durch die Vereinbarung eingeschränkt.
Horner war im Juli 2025 nach mehr als 20 Jahren an der Spitze von Red Bull entlassen worden. In dieser Zeit führte er das Team zu acht Fahrer- und sechs Konstrukteurstiteln.
Seine jüngsten Auftritte abseits der Formel 1 haben die Gerüchte über den nächsten Schritt weiter verstärkt. Nach einem Besuch im MotoGP-Paddock in Jerez zeigte er sich nun erstmals bei der Formula E in Monaco. Horner stellte jedoch klar, dass er die Pause auch nutzt, um andere Rennserien kennenzulernen, statt sofort in eine neue Führungsrolle zurückzukehren. Er sagte zudem, er habe zum ersten Mal seit 30 Jahren etwas Zeit gehabt, vor allem mit seiner Familie.
Gerade weil die vertragliche Sperre nun beendet sein soll, richtet sich der Blick wieder stärker auf mögliche Ziele in der Formel 1. PlanetF1.com berichtet, Alpine sei derzeit Horners wahrscheinlichster Weg zurück ins F1-Fahrerlager. Demnach bleibt er auch für eine CEO-ähnliche Rolle bei Aston Martin im Gespräch, womit seine Auszeit zwar entspannt wirken mag, die nächste Phase seiner Karriere aber deutlich nähergerückt ist.
© Jonathan Borba