Oliver Bearman hat die Gerüchte um ein mögliches Red-Bull-Cockpit vor dem Belgien-Grand-Prix zwar als schmeichelhaft bezeichnet, zugleich aber klargemacht, dass sie für ihn aktuell keine Rolle spielen: Der Haas-Pilot hat nach eigenen Angaben keinen Vertrag für die kommende Saison und hofft langfristig weiter auf einen Weg zu Ferrari.
Bearman sagte vor Spa, die Spekulationen seien "sehr schmeichelhaft", weil Red Bull ein "unglaublich erfolgreiches" Team sei. "Mit ihnen in irgendeiner Weise in Verbindung gebracht zu werden, selbst wenn es nur Gerüchte sind, ist sehr schön", sagte der 21-Jährige. "Aber wie gesagt, es sind nur Gerüchte, und ich konzentriere mich im Moment voll und ganz auf das, was ich hier bei Haas mache."
Ausgelöst worden waren die Spekulationen nach Aussagen von Sky-Sports-F1-Kommentator David Croft am Silverstone-Wochenende, wonach Red Bull Bearman beobachte und als mögliche Option im Blick habe, falls Max Verstappen das Team verlassen sollte. Im Hintergrund steht auch die Verbindung zu Laurent Mekies, der Bearman schon aus dessen Zeit im Ferrari-Nachwuchsprogramm kennt.
Trotz der Red-Bull-Gerüchte verortet Bearman seine Zukunft weiterhin eher bei Ferrari. Auf die Frage, ob sein Weg dorthin führen solle, antwortete er: "Nun, das hoffe ich." Ferrari habe ihm "von Anfang an in der Formel 3 vertraut" und ihn 2024 auch in eines seiner Autos gesetzt. "Sie sind eigentlich der Grund dafür, dass ich jetzt hier bin", sagte er.
Genau dort liegt aber auch die sportliche Komplikation. Bei Ferrari ist Bearmans Perspektive derzeit verstellt, weil Charles Leclerc langfristig gebunden ist und Lewis Hamilton in dieser Saison wieder an Form gewonnen hat. Einen klaren Ausblick auf seine eigene Situation hat Bearman nach eigener Aussage trotzdem nicht erhalten.
"Nein. Im Moment habe ich keinen Vertrag für nächstes Jahr, also tappe ich im Dunkeln", sagte er. Den Schluss, er sei damit automatisch ein völlig freier Fahrer für 2027, wies Bearman jedoch sofort zurück: "Nein, nein, das habe ich nicht gesagt. Nein."
Für den Moment leitet er daraus vor allem eine einfache Priorität ab: Leistung bei Haas. Bearman sprach von schwierigen vergangenen Rennen, betonte aber zugleich, dass sein Ansatz unverändert bleibe. "Im Moment genieße ich, was ich mit Haas mache, und je schneller ich jetzt bin, desto einfacher mache ich mir mein Leben in der Zukunft". Genau davon hängt nun am meisten ab, wie viele Türen sich für ihn öffnen, auch wenn seine bevorzugte Richtung weiter Ferrari bleibt.
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