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Adrian Newey fehlt Aston Martin in der Krise

Adrian Newey hat das Formel-1-Wochenende in Miami laut einem Bericht der Daily Mail wegen gesundheitlicher Probleme mit Krankenhausbehandlung verpasst, und seine Abwesenheit trifft Aston Martin in einer Phase besonders hart, in der das Team nach einem enttäuschenden Start in die Saison 2026 dringend auf seinen wichtigsten Technikmann angewiesen ist.

Der Bericht, den die Daily Mail unter Berufung auf Jonathan McEvoy veröffentlichte, nennt eine Erkrankung, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich gemacht habe. Newey habe sich deshalb am vergangenen Wochenende nicht in Miami aufgehalten, sondern sich von einem Problem erholt, das ihn bereits seit einigen Wochen beeinträchtige. Demnach arbeitet der 67-Jährige derzeit überwiegend von zu Hause in Sunninghill in Berkshire aus weiter.

Gerade deshalb sorgt sein Fehlen im Fahrerlager für Aufmerksamkeit. Neweys letzter Auftritt an der Strecke datiert dem Bericht zufolge auf den 8. März beim Saisonauftakt 2026 in Melbourne. Diese Lücke wäre unter normalen Umständen schon auffällig, sie bekommt aber zusätzliches Gewicht, weil Aston Martin sportlich deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibt.

Newey gilt als zentrale Figur des Neuaufbaus, mit dem Aston Martin unter dem neuen Reglement 2026 einen Schritt nach vorn machen wollte. Stattdessen ist der Saisonstart zu einem schweren Rückschlag geworden. Fernando Alonso und Lance Stroll stehen in der Weltmeisterschaft weiter ohne Punkte da, und auch in Miami kam das Team nicht aus dem hinteren Feld heraus. Alonso wurde 15., Stroll nur 17.

Die Ergebnisse sind nicht nur ein Ausreißer eines schwierigen Wochenendes, sondern Teil eines größeren Problems. Laut den Berichten kämpft Aston Martin weiterhin mit ungelösten Vibrationsproblemen an der Honda-Antriebseinheit. Diese Schwierigkeiten begrenzen die Performance und haben dazu beigetragen, dass das Team derzeit nicht konkurrenzfähig ist.

In dieser Lage rückt Neweys Rolle noch stärker in den Mittelpunkt. Seine Aufgabe besteht nicht nur darin, langfristig Richtung vorzugeben, sondern auch dabei zu helfen, einen Fehlstart unter neuen technischen Regeln zu korrigieren. Dass er nach den Berichten zwar weiterarbeitet, dies aber vorerst vor allem von zu Hause aus tut, unterstreicht, wie ungewöhnlich die Situation für ein Team ist, das dringend Lösungen braucht.

Aston Martin selbst wollte sich zu Neweys Gesundheitszustand nicht konkret äußern. Ein Teamsprecher erklärte lediglich: „Wir kommentieren keine persönlichen Angelegenheiten im Zusammenhang mit Teammitgliedern. Adrian arbeitet und war vergangene Woche auf dem Campus.“ Mehr Details zu seinem Zustand oder zu einem möglichen Termin für eine Rückkehr an die Strecke nannte der Rennstall nicht.

Damit bleibt vor dem nächsten Rennen offen, wann Newey wieder im Paddock auftaucht. Bis zum Kanada-Grand-Prix liegt eine dreiwöchige Pause, in der Aston Martin auf sportliche Fortschritte hofft. Solange das Team punktlos bleibt und weiter mit technischen Problemen kämpft, wird Neweys Situation ein zentrales Thema des Wiederaufbaus bleiben.