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Verstappen und Stroll beleben alte F1-Debatte

Die Zwangspause im Formel-1-Kalender hat ein altes Thema plötzlich wieder nach vorn geschoben: aktive F1-Fahrer in anderen Rennserien. Zwischen dem Japan-GP am 29. März und dem Miami-Wochenende ab 1. Mai lagen nach den Absagen der Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien wegen des Kriegs im Nahen Osten 32 Tage ohne Formel 1. Max Verstappen und Lance Stroll nutzten genau diese Lücke für GT-Einsätze, und damit ist eine Frage zurück auf dem Tisch, die in der modernen Formel 1 nur noch selten gestellt wird.

Stroll saß am Wochenende in Paul Ricard bei einem sechs Stunden langen Lauf der GT World Challenge im Auto. Der Aston-Martin-Fahrer war laut dem Bericht in seinem Stint konkurrenzfähig, doch Comtoyou Racing kassierte Strafen, die das Team aus dem Kampf um den Sieg warfen. Das Ergebnis fiel dadurch deutlich schwächer aus, als es zwischenzeitlich aussah.

Auch Verstappen war schon am Wochenende davor in Le Castellet im GT-Umfeld aktiv. Laut dem Bericht trat er dort als Teamchef auf und holte mit seinem Team Platz zwei. Jetzt wird es für ihn wieder direkter auf der Strecke: Verstappen ist für die 24 Stunden auf dem Nürburgring bestätigt und soll ab diesem Wochenende zwei Vorbereitungsrennen auf der Nordschleife bestreiten. Der Fokus liegt damit klar auf einem Programm, das weit über einen lockeren Gastauftritt hinausgeht.

Genau das macht die Sache interessant. Solche Doppelprogramme waren im Motorsport einmal viel normaler. Fahrer wie Graham Hill, Jim Clark, Jacky Ickx, Mario Andretti und Stirling Moss kombinierten laut dem Bericht die Formel 1 über Jahre mit anderen Kategorien. Damals war der Grand-Prix-Kalender kleiner. Mit immer mehr Rennen wurde es für aktive F1-Fahrer aber zunehmend schwer, weitere Einsätze in die Saison zu packen.

In der jüngeren Vergangenheit tauchen deshalb nur noch wenige Beispiele auf. Fernando Alonso startete 2017 beim Indianapolis 500, damals mit Genehmigung von McLaren, wie der Bericht einordnet. Stroll selbst kennt Renneinsätze außerhalb der Formel 1 ebenfalls, er ist schon zweimal bei den 24 Stunden von Daytona gefahren. Der Unterschied dort ist der Termin im Januar, der nicht direkt mit dem Formel-1-Kalender kollidiert.

Der Grund, warum die aktuellen GT3-Auftritte jetzt so viel Aufmerksamkeit bekommen, liegt also weniger in der Idee selbst als in ihrer Seltenheit. Ehemalige Formel-1-Fahrer wechseln weiterhin oft in andere Serien, wenn ihre Zeit in der Königsklasse vorbei ist. Bei aktiven Fahrern bleibt das die Ausnahme. Gerade deshalb hat diese unerwartete fünf Wochen lange Lücke den Blick geschärft: Wenn der Kalender einmal Platz lässt, greifen selbst aktuelle Formel-1-Piloten wieder zu Einsätzen außerhalb ihres Stammprogramms.