Pierre Gasly hat mehr als zwei Wochen nach dem Grand Prix von Monaco doch noch den Pokal für Platz drei erhalten, nachdem Alpine seine beiden Fünf-Sekunden-Strafen wegen Überschreitens des Tempolimits in der Boxengasse erfolgreich aufheben ließ und ihn damit wieder aufs Podium brachte.
Der Alpine-Pilot war in Monaco als Dritter ins Ziel gekommen, wurde nach dem Rennen aber wegen der beiden Strafen auf Rang sieben zurückgestuft. Alpine legte dagegen mit einem Right of Review beziehungsweise Protest Einspruch ein. Nach einer erneuten Prüfung der Zeitmessdaten nahmen die Sportkommissare beide Strafen zurück. Nach Berichten aus dem Fall wurde dabei anerkannt, dass die zur Berechnung verwendete Messung in der Boxengasse fehlerhaft war. Ein Bericht sprach von einer Abweichung von 77 Zentimetern.
Damit wurde Gasly in der offiziellen Monaco-Wertung wieder auf Platz drei gesetzt. Für den Franzosen ist es das sechste Podium seiner Formel-1-Karriere und das dritte mit Alpine. Direkt betroffen war auch Isack Hadjar: Der Red-Bull-Fahrer war zwischenzeitlich auf Rang drei vorgerückt und hatte bereits gefeiert, was er für sein erstes Podium hielt, ehe er nach der Korrektur wieder auf Platz vier zurückfiel.
Gasly machte die verspätete Übergabe des Pokals selbst öffentlich. Pierre Gasly, Alpine-Fahrer, schrieb auf Instagram: „Die Monaco-Trophäe hat den Weg nach Hause gefunden!!! 🏆😁 Ein glücklicher Tag, ein glückliches Leben!!“
Abgeschlossen ist der Fall damit aber nicht. Red Bull und McLaren gehen weiter gegen die revidierte Wertung vor. Beide Teams argumentieren, dass andere Fahrer ihre Strafen unter der während des Monaco-Wochenendes angewendeten Regelauslegung verbüßt hätten und durch die spätere Aufhebung von Gaslys Strafen benachteiligt worden seien.
McLaren erklärte in seiner Stellungnahme: „Während des gesamten Monaco-Grand-Prix-Wochenendes und bei jeder Veranstaltung haben alle Teams nach den Reglementvorgaben und den etablierten Standardverfahren in Bezug auf das Tempolimit in der Boxengasse gearbeitet, so wie sie zu diesem Zeitpunkt angewendet wurden.“ Das Team fügte hinzu: „Aus unserer Sicht schafft die anschließende Aufhebung von Strafen eine Situation, in der einige Teilnehmer benachteiligt sind, obwohl sie im Einklang mit den Regeln und den Entscheidungen der Sportkommissare gehandelt haben.“
Bis zu einer neuen Entscheidung bleibt Gaslys Rückkehr auf Platz drei das offizielle Monaco-Ergebnis. Genau dieses Podium, das ihm nun den Pokal gebracht hat, steht aber weiterhin unter Vorbehalt.
© Jonathan Borba