Carlos Sainz startet die Formel-1-Sommerpause mit einem Rückzug nach Mallorca, nachdem ein enttäuschender Großer Preis von Ungarn mit Platz 18, zwei Runden Rückstand und einer Strafe für ihn und Williams den Druck vor der zweiten Saisonhälfte weiter erhöht hat.
Der Spanier kam am Hungaroring nie in einen Rhythmus. Sein Rennen wurde zusätzlich erschwert, als es bei einer Überrundung zu einer Kollision mit Oscar Piastri kam. Sainz wurde dabei aufgehalten und erhielt anschließend eine Fünf-Sekunden-Strafe. Nach dem Budapest-Wochenende geht er als 15. der Fahrerwertung mit sechs Punkten in die Pause, direkt vor seinem Williams-Teamkollegen Alex Albon mit fünf. Williams fiel nach dem Rennen in der Konstrukteurswertung auf Rang neun zurück.
Gerade deshalb wirkt die Pause für Sainz weniger wie ein bloßer Urlaub als wie ein notwendiger Schnitt. Im Podcast The Fast And The Curious sagte Carlos Sainz, Williams-Fahrer, dass er seinen Sommer wie gewohnt auf den Balearen verbringen werde. „Ich werde die meiste Zeit auf Mallorca verbringen. Dort steht das Haus meiner Eltern für den Sommer. Meine ganze Familie ist fast einen Monat lang dort. Sie richtet sich dort ein, und ich stoße für ein paar Wochen dazu, um einfach Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ich liebe.“
Nach einem Wochenende, das sportlich kaum Positives bot, setzt Sainz damit bewusst auf Vertrautheit. Die Auszeit mit der Familie passt zu seiner Lage vor dem Neustart der Saison: Er braucht Erholung, aber auch einen mentalen Neustart, nachdem Williams in Ungarn weiter Boden verloren hat und sich im Mittelfeldkampf keine Reserve leisten kann.
Ganz abschalten will er in den kommenden Wochen dennoch nicht. Sainz machte klar, dass die Sommerpause auch Teil seiner Vorbereitung auf den nächsten Saisonabschnitt sein wird. „Manchmal kommt meine Freundesgruppe gegen Ende dazu, und wir machen eine Art Trainingslager, bevor ich nach Zandvoort fliege“, sagte er.
Damit verbindet Sainz die beiden Ziele, die für viele Fahrer in dieser Phase entscheidend sind: Abstand gewinnen und zugleich die Grundlage für den Neustart legen. Die Formel 1 kehrt nach der Sommerpause in Zandvoort zurück, und für Williams dürfte danach ein besonders wichtiger Abschnitt beginnen.
Das Team erwartet im weiteren Saisonverlauf größere Upgrades, die rund um den Großen Preis von Aserbaidschan kommen sollen. Für Sainz macht das die Wochen bis zum Re-Start doppelt relevant. Nach einem desaströsen Ungarn-Wochenende geht es für ihn nicht nur darum, sich zu erholen, sondern sich für eine zweite Saisonhälfte bereitzumachen, in der Williams noch einmal den Anschluss finden will.
© Jonathan Borba