Kimi Antonelli hat in China und Japan sofort nach seinem ersten Formel-1-Sieg nachgelegt und auch das zweite Rennen gewonnen. Der Mercedes-Neuling, der an der Seite von George Russell fährt, ist damit der erste italienische Grand-Prix-Sieger seit Giancarlo Fisichella und der erste Italiener seit Alberto Ascari, der zwei Grands Prix hintereinander gewinnt. Dieses Kunststück passiert selten, und genau das macht die Geschichte so bemerkenswert.
Historisch führt die Spur zu Ascari. 1951 setzte er im Ferrari 375 F1 erst am Nürburgring ein Ausrufezeichen und gewann danach auch in Monza vor den Tifosi, gegen Juan Manuel Fangio. Laut Statistik leitete Ascari damit eine Serie von neun Siegen über die Jahre 1952 und 1953 ein. Diesen Lauf übertraf erst Jahrzehnte später Max Verstappen mit zehn Siegen in Folge im Jahr 2023.
Die Liste der Fahrer, die wie Antonelli direkt nach dem Premierenerfolg erneut gewannen, ist kurz. Lewis Hamilton gelang das 2007. Nach seinem ersten Sieg in Montréal, geholt von der Pole und durch ein chaotisches Rennen mit mehreren Safety-Car-Phasen, gewann er eine Woche später auch in Indianapolis. Er startete wieder von der Pole und verteidigte dort gegen Fernando Alonso, beim letzten Formel-1-Auftritt auf diesem Kurs.
Charles Leclerc schrieb 2019 ein modernes Kapitel. Nach dem Durchbruch in Spa-Francorchamps folgte eine Woche später Monza, wo er Ferraris neunjährige Heimpause beendete. Auch das war ein Doppelpack direkt nach dem ersten Karrieresieg, selten und eindrücklich dokumentiert.
Es gab sogar Fahrer, die ihre ersten drei Siege am Stück holten. Damon Hill tat das 1993 mit Ungarn, Belgien und Italien. Mika Häkkinen zog über den Winter 1997/98 nach: Jerez als erster Triumph, dann Australien und Brasilien. Michael Schumacher beendete Häkkinens Serie im darauffolgenden Rennen in Argentinien. Solche Serien sind Ausnahmen, sie zeigen aber, wie schnell Momentum in der Formel 1 kippen kann, wenn einmal der Knoten platzt.
Eine besondere Fußnote liefert Kimi Räikkönen 2003. Nach seinem Premierensieg in Malaysia schien er in Brasilien erneut gewonnen zu haben. Das Rennen wurde nach einem schweren Unfall von Fernando Alonso per Roter Flagge abgebrochen. Zunächst stand Räikkönen als Sieger fest, weil die Wertung auf das Ende der vorigen Runde zurückgesetzt wurde. Fünf Tage später, nach einem Protest von Jordan, korrigierten die Offiziellen einen Zeitnahmefehler. Giancarlo Fisichella wurde der Sieg zugesprochen, Räikkönen musste bis Spa 2004 auf den nächsten Erfolg warten.
In diesem Kontext bekommt Antonellis Doppelschlag Gewicht. Er reiht sich in ein exklusives Kapitel ein, das von Ascari über Hamilton bis Leclerc reicht. Und er tut es für Mercedes, in einem Feld, das solche Serien nur selten zulässt. Für italienische Farben bedeutet es das Ende einer langen Wartezeit, und für Antonelli markiert es einen Einstieg, der statistisch fast nie vorkommt.